«Müssen zusammenhalten» – BAG bedankt sich bei Freiwilligen

Am Internationalen Tag der Freiwilligen haben Dutzende Schweizer Hilfsorganisationen und Vereine ihren Helferinnen und Helfern gedankt. Ein Tweet des Bundesamts für Gesundheit (BAG) löste in den sozialen Medien negative Reaktionen aus.

Drucken
Teilen
Während der Coronapandemie haben sich viele Menschen in ihrer Nachbarschaft freiwillig engagiert.

Während der Coronapandemie haben sich viele Menschen in ihrer Nachbarschaft freiwillig engagiert.

Keystone

(gb.) Zahlreiche Schweizer Organisationen haben am Samstag anlässlich des Internationalen Tags der Freiwilligen ihren Dank ausgesprochen, darunter zum Beispiel das Rote Kreuz, die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände, das Swiss Olympic Team und der Städteverband.

Auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) teilte auf Twitter ein emotionales Video und bedankte sich bei allen Freiwilligen, die sich für ihre Nachbarn und Familien einsetzten. «Insbesondere jetzt müssen wir zusammenhalten», heisst es in dem Tweet.

Der Beitrag kam nicht bei allen gut an. In diversen Kommentaren wurde dem BAG Untätigkeit in der Coronapandemie vorgeworfen. «Gern geschehen, bitte helfen Sie endlich mit!», heisst es etwa. Oder: «Ihr Dank an uns, die Freiwilligenarbeit erbringen, hinterlässt aber in der jetzigen Situation einen bitteren Nachgeschmack.» Ein anderer Nutzer schrieb: «Diese Leute verdienen viel mehr als ein Danke. Sie verdienen, dass die Regierung endlich was Glaubwürdiges tut, damit weniger Leute im Spital landen.» Das BAG reagierte nicht auf die Kommentare.

Der Internationale Tag der Freiwilligen wurde 1985 von den Vereinten Nationen eingeführt. Er wird jährlich am 5. Dezember gefeiert. Das Bundesamt für Statistik schätzt, dass in der Schweiz rund 42 Prozent der Bevölkerung Freiwilligenarbeit leistet. Während der Coronapandemie sind zudem in vielen Gemeinden und Quartieren neue Hilfsnetzwerke entstanden.