WM-Riesenslalom
Gold für Gut-Behrami: Die Schweizerin gewinnt die Nervenschlacht gegen Shiffrin

Lara Gut-Behrami ist neue Weltmeisterin im Riesenslalom. Mit einem hauchdünnen Vorsprung siegt sie vor der Amerikanerin Mikaela Shiffrin. Wendy Holdener wird Achte, Michelle Gisin fährt auf Platz 11.

Frederic Härri
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Grenzenlose Freude: Lara Gut-Behrami gewinnt den Riesenslalom und holt ihren zweiten Titel an dieser WM.

Grenzenlose Freude: Lara Gut-Behrami gewinnt den Riesenslalom und holt ihren zweiten Titel an dieser WM.

Keystone

Alles war angerichtet für den amerikanischen Triumph. An Mikaela Shiffrin war es, diesen Riesenslalom zu beenden. Der Druck in diesem Modus ist enorm, wenn mit der Bestzeit aus dem 1. Lauf als Letzte gestartet wird und die Augen aller auf einen gerichtet sind. Doch vom Druck, so scheint es, lässt sich Shiffrin beflügeln. Nahezu unfehlbar scheint die 24-Jährige in diesen Tagen zu sein, ja unerreichbar gar für die Konkurrenz. Dieses Mal aber wird Shiffrin eingeholt, von der Erwartung an ihr – und von einer Schweizerin: Lara Gut-Behrami.

Die Tessinerin triumphiert und beendet eine 20 Jahre währende Schweizer WM-Goldmedaillendürre im Riesenslalom. Gut-Behrami fährt angriffig und ohne Kompromisse und sichert sich bereits zum zweiten Mal Gold an dieser Weltmeisterschaft, nachdem ihr das in ihrer langen Karriere bislang immer verwehrt geblieben war. Hauchdünn ist ihr Vorsprung auf Shiffrin, nur lausige 2 Hundertstelsekunden beträgt er, doch er genügt.

«Überglücklich» sei sie, gibt Gut-Behrami nach dem Rennen vor dem Mikrofon kund. Gleichzeitig habe sie sich noch nie so müde gefühlt wie vor dem Start. Sie habe sich einen Traum erfüllt, sagt die 29-Jährige:

«Es war immer ein Ziel von mir, eine Medaille im Riesenslalom zu gewinnen.»
Mikaela Shiffrin (hinten) kommt als Zweite ins Ziel, Lara Gut-Behrami (vorne) kann ihr Glück kaum fassen.

Mikaela Shiffrin (hinten) kommt als Zweite ins Ziel, Lara Gut-Behrami (vorne) kann ihr Glück kaum fassen.

Keystone

Gisin vergibt ihre Chance aufs Edelmetall

Bronze geht an die Österreicherin Katharina Liensberger. Michelle Gisin indes vergibt ihre Medaillenchance im oberen Abschnitt der Piste. Im 1. Lauf noch mit der fünftschnellsten Zeit, rutscht sie in ihrer zweiten Fahrt über eine eisige Klippe und verliert ihren so mühselig hergefahrenen Vorsprung. Am Ende wird es Rang 11 für die 27-Jährige, vor ihr findet sich mit Wendy Holdener auf Platz 8 neben Gut-Behrami eine weitere Schweizerin wieder. Corinne Suter wird 18.

Die Schweizerinnen wehren am Donnerstag auch den Angriff von Marta Bassino ab. Die Italienerin, im Vorfeld als grosse Favoritin gehandelt, beendet den 1. Lauf als enttäuschende 15. Im zweiten Umgang macht sie es besser, wirklich Tempo aufnehmen aber kann sie nicht. Platz 13 ist alles, was für sie an diesem Tag drin liegt.