U21-EM-Qualifikation
Schweiz siegt dank herrlichem Freistosstor in einer Wasserschlacht gegen Bulgarien

Die Schweizer U21-Nationalmannschaft musste in Sofia mit schwierigen Bedingungen zurechtkommen. Kastriot Imeri sorgte bei strömenden Regen mit einem sehenswerten Tor für die Entscheidung.

Gabriel Vilares
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Die U21-Nationalmannschaft feiert in Sofia einen wichtigen Auswärtssieg. (Archiv)

Die U21-Nationalmannschaft feiert in Sofia einen wichtigen Auswärtssieg. (Archiv)

Keystone

«Wir müssen unsere Identität auf den Platz bringen», forderte U21-Nationalcoach Mauro Lustrinelli vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen Bulgarien. Da konnte er noch nicht ahnen, welche Bedingungen seine Spieler in Sofia vorfinden würden. Bei strömendem Regen in der bulgarischen Hauptstadt waren die Platzverhältnisse grenzwertig. Die Schweizer, die am Freitag beim 2:2 gegen Holland noch mit der technisch feinen Klinge zu überzeugen wussten, hätten sich den Kunstrasen von Lausanne herbeigesehnt.

Stattdessen entwickelte sich eine regelrechte Wasserschlacht. Die Schweizer, welche den Umständen geschuldet ihrer besten Waffe quasi beraubt wurden, sahen sich gezwungen, über den Kampf in die Partie zu finden. Früh mussten sie feststellen, dass in den zahlreichen Wasserpfützen keine spielerischen Lösungen und Kombinationen gefragt waren. Das Rezept? Eines, welches vor einigen Jahren auf den britischen Inseln gerne praktiziert wurde: Kick and Rush. Das Spielgerät aus der eigenen Verteidigung hoch und weit in die gegnerische Zone schlagen.

Und ansonsten auf stehende Bälle hoffen. Durch solche war die Heimmannschaft in der ersten Halbzeit nach zwei Eckbällen gefährlich vors Schweizer Gehäuse gekommen. Die beiden grossgewachsenen bulgarischen Innenverteidiger verpassten die Führung. Nach 25 Minuten folgte die erste gefährliche Szene der Schweiz. Kastriot Imeri brachte einen scharf getretenen Freistoss in den Fünfmeter-Raum und den bulgarischen Schlussmann erstmals ins Schwitzen. Neun Minuten später versuchte es Noah Okafor nach einer Flanke von Dan Ndoye akrobatisch mit der Hacke. Dieser verpasste aber das Spielgerät. Imeri schnappte sich den Ball, scheiterte jedoch aus spitzem Winkel.

Zuerst Glück für die Schweiz, danach herrliches Freistosstor

In der 42. Minute jubelte das Heimteam nach der vermeintlichen Führung. Der Assistent hob die Fahne, da der Ball vor dem Tor wohl hauchdünn über die Torlinie ging – Glück für die Schweiz. Kurz vor dem Pausenpfiff folgte das Highlight der Partie. Der Servettien Imeri, der auffälligste Mann des Spiels, brachte die Schweiz nach einem Freistoss in Front. Der 21-jährige Genfer zirkelte den Ball aus etwas über 25 Metern an der Mauer vorbei.

Der zweite Durchgang war dann zerfahren. Ndoye (51.) und Imeri (69.) vergaben die besten Chancen auf weitere Tore. Die Bulgaren liessen mit der Schlussoffensive lange auf sich warten. In der 92. Minute kam nach einem Eckball und einem Fallrückzieher nochmals etwas Aufregung auf. Der wichtige Auswärtssieg wenige Minuten später Tatsache. Damit konnten die Spieler von Mauro Lustrinelli im vierten Spiel dieser Kampagne den dritten Sieg bejubeln und die Tabellenspitze verteidigen. Im November folgen zwei Spiele, in denen man sich als klarer Favorit behaupten muss. Zuerst in Thun gegen Moldawien, danach steht ein Auswärtsspiel in Wales auf dem Programm.

Bulgarien - Schweiz 0:1 (0:1)

Slavia, Sofia. – Tore: 45. Imeri 0:1. – Schweiz: Saipi; Omeragic, Stergiou (46. Husic), Burch, Kronig; Jankewitz, Sohm, Rieder; Imeri (90+4. Krasniqi); Ndoye (87. Stojilkovic), Okafor (82. Amdouni).

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