QUARANTÄNE-REGEL
«Es macht keinen Sinn, sie werden nicht fliegen»: Nach Klopp will auch Guardiola keine Spieler für Länderspiele abstellen

Weil Grossbritannien die Quarantäne-Regeln verschärft, lassen die beiden Startrainer ihre Schützlinge nicht zu den WM-Qualifikationsspielen fliegen. Fifa-Boss Infantino beschwichtigt.

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Geht es nach Pep Guardiola, wird sein Stürmer Gabriel Jesus nicht an den kommenden Länderspielen mit Brasilien teilnehmen.

Geht es nach Pep Guardiola, wird sein Stürmer Gabriel Jesus nicht an den kommenden Länderspielen mit Brasilien teilnehmen.

AP

(sid/frh) Pep Guardiola, Trainer des designierten englischen Fussball-Meisters Manchester City, hat sich hinter Jürgen Klopp gestellt und will seine Spieler ebenfalls nicht für die kommenden WM-Qualifikationsspiele im März abstellen. «Es macht keinen Sinn, sie werden nicht fliegen, sicher nicht», sagte Guardiola.

Hintergrund ist die zehntägige Quarantäne, die Grossbritannien für Rückkehrer aus jenen 33 Ländern vorsieht, die wegen der Corona-Pandemie auf der roten Liste der Regierung stehen. Davon betroffen wären aktuell fünf City-Profis: Die Brasilianer Ederson und Gabriel Jesus sowie Joao Cancelo, Ruben Dias und Bernardo Silva aus Portugal. Der Argentinier Sergio Aguero und Fernandinho (Brasilien) wurden von ihren Auswahlteams zuletzt nicht mehr nominiert.

57 Profis aus der Premier League könnten bei den Länderspielen fehlen

Guardiola betonte, er würde alle Spieler gerne gehen lassen und habe dies noch nie einem seiner Schützlinge verweigert. Aber: «Es macht keinen Sinn zur Nationalmannschaft zu reisen und dann zehn Tage in Quarantäne zu gehen. Wir investieren viel Zeit, Mühe und Geld. Wenn dann sechs, sieben Spieler so lange ausfallen - das macht keinen Sinn.»

Liverpool-Coach Klopp hatte sich zuletzt ähnlich geäussert. Er verstehe die «Zwänge der Fussballverbände», beteuerte Klopp am Donnerstag, «aber es ist gerade eine Zeit, in der wir nicht alle glücklich machen können.»

«Und wir müssen eingestehen, dass die Spieler von den Vereinen bezahlt werden. Also bedeutet das, dass wir die oberste Priorität geniessen müssen.»

Im Liverpooler Kader sind es die Brasilianer Alisson Becker, Roberto Firmino und Fabinho sowie der Portugiese Diogo Jota, die von der Verschärfung tangiert werden. Seinen Schweizer Spieler Xherdan Shaqiri dürfte Klopp wohl ohne Weiteres an die Länderspiele ziehen lassen.

Insgesamt haben 16 von 20 Premier-League-Klubs Nationalspieler aus Ländern der roten Liste im Aufgebot, 57 Profis könnten bei den WM-Qualifikationsspielen fehlen.

«Die Spieler stellen für manche Länder eine wichtige Einkommensquelle dar». Fifa-Präsident Infantino siehts anders als Klopp und Guardiola.

«Die Spieler stellen für manche Länder eine wichtige Einkommensquelle dar». Fifa-Präsident Infantino siehts anders als Klopp und Guardiola.

AP

Gianni Infantino versuchte daher am Freitag, zu beschwichtigen. «Alle Spieler sollten in der Lage sein, unter sicheren Umständen zu reisen, wenn sie alle Protokolle und die Massnahmen der Regierungen respektieren», sagte der Fifa-Präsident und verwies darauf, dass die Spiele «für manche Länder eine wichtige Einkommensquelle» darstellten.