Premier League
Knall während der WM: Manchester United trennt sich von Cristiano Ronaldo

Cristiano Ronaldo ist während der Fussball-WM in Katar abrupt vereinslos. Manchester United trennt sich vom portugiesischen Superstar.

Gabriel Vilares
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Cristiano Ronaldo und Manchester United gehen künftig getrennte Wege. Der Vertrag wird per sofort aufgelöst.

Cristiano Ronaldo und Manchester United gehen künftig getrennte Wege. Der Vertrag wird per sofort aufgelöst.

Keystone

Cristiano Ronaldo steht plötzlich ohne Klub da. Der 37-jährige Portugiese und Manchester United haben sich «einvernehmlich und mit sofortiger» getrennt, wie es in einer knappen Mitteilung des englischen Rekordmeisters heisst.

«Der Klub dankt ihm für seinen immensen Beitrag im Old Trafford, in dem er bei 346 Einsätzen 145 Treffer erzielte. Wir wünschen ihm und der Familie alles Gute für die Zukunft.»

Abschliessend heisst es in der Stellungnahme, dass man sich nun darauf konzentrieren wolle, «die Fortschritte der Mannschaft unter Erik ten Hag fortzusetzen und gemeinsam an den Erfolgen auf dem Spielfeld zu arbeiten».

Frontalangriff in einem Interview

Die Trennung kommt nicht von ungefähr. Vor dem Abflug in Richtung Katar hatte der fünffache Weltfussballer des Jahres in einem Interview mit Piers Morgan bei «TalkTV» seinen Arbeitgeber, bei dem er noch bis Sommer 2023 einen gültigen Kontrakt gehabt hätte, frontal angegriffen. «Ich fühle mich vom Klub verraten», liess er dabei etwa verlauten.

Cristiano Ronaldo war im Somer 2021 an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt. Bei den Red Devils lancierte der Portugiese zwischen 2003 und 2009 seine Welt-Karriere, reifte zu einem der besten seines Fachs. Doch an die früheren Glanzzeiten konnte der 37-Jährige nicht mehr anknüpfen. Immer wieder fand er seinen Platz auf der Ersatzbank, legte sich mit dem niederländischen Übungsleiter Erik ten Hag an, verweigerte die Einwechslung, verliess frühzeitig das Stadion.

In jenem brisanten Interview hatte Ronaldo entsprechend wenig Positives über seinen Trainer zu berichten: «Ich respektiere ihn nicht, weil er mich nicht respektiert. Wenn man mir nicht mit Respekt begegnet, werde ich der anderen Person ebenfalls keinen Respekt zeigen.»

Schmutzige Trennung

Nun folgt die Trennung. Es ist eine schmutzige. Eine, die der Europameister von 2016 heraufbeschwört hat, sich diese gar herbeigesehnt hat. Natürlich wird der fünffache Fussballer des Jahres nicht lange arbeitslos bleiben, doch die Vereinsbosse der Spitzenklubs werden sich gut überlegen, ob sie ein Teamgefüge mit dem Verhalten des eitlen Portugiesen durcheinander bringen wollen.

Am Donnerstag startet Cristiano Ronaldo vermutlich in seine letzte Weltmeisterschaft. Im Gruppenspiel gegen Ghana will er sich auf der grossen Bühne für eine neue Aufgabe empfehlen.