Fifa-Ethikkommission
Wegen Verjährung! Kein Verfahren gegen Beckenbauer und Co.

Der Weltfussball-Verband Fifa hat im Zusammenhang mit dem WM-Sommermärchen 2006 ermittelt. Nun steht fest: Die Angelegenheit ist verjährt. Franz Beckenbauer hat also nichts mehr zu befürchten.

Merken
Drucken
Teilen
Hat nichts zu befürchten: Franz Beckenbauer.

Hat nichts zu befürchten: Franz Beckenbauer.

AP

(keg/sid) Die rechtsprechende Kammer der unabhängigen Ethikkommission ist zum Schluss gekommen, dass die Handlungen von Franz Beckenbauer, Theo Zwanziger und Horst. R. Schmidt im Zusammenhang mit der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006 wegen Verjährung nicht mehr verfolgt werden können. Dies teilte die Kommission am Donnerstag mit.

Die Erkenntnis der rechtsprechenden Kammer erfolgt gut ein halbes Jahr nach der Einschätzung durch die untersuchende Kammer: Diese hatte die Überweisung von 6,7 Millionen Euro aus dem Jahr 2005 an den früheren FIFA-Funktionär Mohamed Bin Hammam durch das deutsche WM-Organisationskomitee als Bestechung und Korruption eingestuft. Die Ermittler leiteten das Verfahren anschliessend zur Beurteilung weiter.

Massgebende Frist abgelaufen

Etwaigen Sanktionen gegen Beckenbauer, den früheren DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und -Generalsekretär Horst R. Schmidt sollen nun aber Verjährungsfristen für die «genauen Zeitpunkte der Handlungen jedes einzelnen Funktionärs» entgegen gestanden haben. Demnach ist die massgebende Frist für Beckenbauer bereits seit 2012 abgelaufen und für Zwanziger sowie Schmidt seit 2015. Einer Bewertung der Vorgänge enthielt sich die rechtsprechende Kammer.

Schon im vergangenen Frühjahr war in der gleichen Angelegenheit ein Prozess gegen Zwanziger, seinen Amtsnachfolger Wolfgang Niersbach und Schmidt vor dem Bundesgericht in Bellinzona wegen Verjährung der Vorwürfe abgebrochen worden. Juristische Klarheit in die dubiosen Vorgänge zwischen 2002 und 2005 kann somit lediglich noch der geplante Prozess vor dem Landgericht Frankfurt wegen Steuerhinterziehung bringen. Ein Termin für das Verfahren steht allerdings noch nicht fest.