Europameisterschaft
Cristiano Ronaldo und die Jagd nach dem ewigen Torrekord

Heute Abend trifft Portugal im ersten EM-Gruppenspiel auf Ungarn. Für Ronaldo ist die Mission an dieser EM klar: Er will den ewigen Torrekord von Ali Daei brechen.

sid
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Will endlich den ewigen Rekord von Ali Daei brechen: Cristiano Ronaldo

Will endlich den ewigen Rekord von Ali Daei brechen: Cristiano Ronaldo

Hugo Delgado / EPA

In der Sonne Budapests grinste Cristiano Ronaldo seinem langjährigen Weggefährten Pepe ins Gesicht. Betont locker gab sich Portugals Superstar vor dem Start ins EM-Turnier, bei dem den mittlerweile 36-Jährigen nicht nur die erfolgreiche Titelverteidigung umtreibt. Kritiker zählten ihn zuletzt schwer an. Aber Ronaldo zog aus solchen Dingen schon immer Ansporn. Und dann wäre da ja noch der ewige Torrekord von Ali Daei zu brechen.

«Ich bin bei dieser Euro, als ob es die erste wäre. Ich fühle mich so motiviert oder noch motivierter als 2004 bei meiner ersten Europameisterschaft»,

sagte er dem Verbandsmagazin 360: «Wir sind der Titelverteidiger und gehören wieder zu den Anwärtern auf die Trophäe.» Schritt eins auf diesem Weg wäre ein Auftaktsieg in Budapest gegen Ungarn.

Noch fünf Treffer fehlen

Schon dort könnte er an seinen persönlichen Torprojekt arbeiten. 104-mal traf er in bislang 175 Länderspielen. Das ist enorm beeindruckend, doch zum früheren Bayern-Profi und Irans Nationalheld Daei fehlen noch fünf Tore. Dann hätte niemand auf der Welt häufiger für sein Land getroffen als Ronaldo. Dass ihm das wichtig ist, hat er schon vor langer Zeit verlauten lassen.

Ronaldo ist ein enorm wichtiger Faktor für Portugal.

Ronaldo ist ein enorm wichtiger Faktor für Portugal.

Armando Franca / AP

Weil er gerade in der abgelaufenen Saison mit Juventus Turin oft angezweifelt wurde, dürfte dieser Triumph besonders süss schmecken. Manchester Uniteds Ikone Roy Keane sagte der Irish Sun vor Turnierbeginn: «Offensichtlich wird er nicht jünger und offensichtlich hatte er eine schwierige Phase bei Juventus.» Gerade so hatte sich die Alte Dame als Vierter der Serie A für die Champions League qualifiziert.

«Nach wie vor einer der besten Spieler der Welt»

Natürlich gewann Ronaldo dort seit seinem Wechsel von Real Madrid zu Juve 2018 zweimal den Scudetto und in diesem Jahr den Pokal, aber erwartet wurde von ihm mehr. Die vier Königsklassen-Titel mit Real verpflichteten ihn, Ähnliches auch in Turin zu leisten. Der teilweise erschreckende Absturz in 2020/2021 war vor allem ihm angelastet worden, obwohl er mit 29 Treffern Torschützenkönig geworden war.

Lothar Matthäus verteidigte ihn jedoch. «Er gehört nach wie vor zu den besten Spielern der Welt», befand Deutschlands Rekordnationalspieler kürzlich. Und auch seine ganz besondere Aura hat der fünfmalige Weltfussballer noch nicht verloren.

«Ich bin davon überzeugt, dass er nicht nur für seine eigene Mannschaft wichtig ist»,

so Matthäus: «Sondern auch, dass er beim Gegner gefürchtet ist.»

Ronaldo ist auch für seine Mitspieler (hier Joao Moutinho und Bruno Fernandes, v.l.) wichtig.

Ronaldo ist auch für seine Mitspieler (hier Joao Moutinho und Bruno Fernandes, v.l.) wichtig.

Hugo Delgado / EPA

So könnte er Lücken für Mitspieler wie Bruno Fernandes (Manchester United) und Diogo Jota (FC Liverpool) reissen, denn auf seine eigene Art ist Ronaldo durchaus ein Teamplayer.

Gelingt der erneute Triumph?

Die meisten Fussball-Fans dürften noch vor Augen haben, wie er im EM-Finale 2016 verletzt ausgewechselt worden war und dann wie ein zweiter Trainer an der Seitenlinie mitcoachte.

Deswegen befand Eder, der damalige Siegtorschütze zum 1:0 über Frankreich: «Die Leute haben ein Image von Ronaldo, das nicht stimmt.» Und der heute vereinslose Stürmer erinnerte sich an die Momente nach dem grossen Triumph.

«Die Rede, die er nach dem Finale 2016 in der Kabine hielt, war überragend», sagte er der Süddeutschen Zeitung: «Er sagte, dass es der wichtigste aller Titel sei, die er je errungen habe.» Vielleicht gelingt es ihm ja nochmal.

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