Bundesliga-Übersicht
Rassismus-Vorwurf überschattet Unions Erfolg, Freiburgs Lauf endet, Schalkes Malaise geht gegen Frankfurt weiter

Ein Union-Profi soll sich rassistisch geäussert haben, die famose Serie des SC Freiburg findet ein Ende und Eintrachts Rückkehrer Luka Jovic schiesst Schalke ab. Das Bundesliga-Wochenende in der Übersicht.

Frederic Härri
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Leverkusens Nadiem Amiri (schwarzes Trikot vorne rechts) muss von Unions Grischa Prömel beruhigt werden.

Leverkusens Nadiem Amiri (schwarzes Trikot vorne rechts) muss von Unions Grischa Prömel beruhigt werden.

Keystone

Nadiem Amiri war ausser sich. Gerade hatten seine Leverkusener 0:1 in Berlin-Köpenick verloren, doch dies stand nicht am Ursprung des emotionalen Ausbruchs. Amiri stürmte auf den Unioner Verteidiger Florian Hübner zu, langte ihm ins Gesicht. Was war da los? Mitspieler Jonathan Tah brachte vor dem «DAZN»-Mikrofon Licht ins Dunkel: «Amiris Herkunft wurde beleidigt», sagte Tah. «Der Begriff ‹scheiss Afghane› ist gefallen.»

Später schaltete sich auch der DFB ein. Es bestehe der Verdacht, dass Hübner Amiri «rassistisch beleidigt haben könnte», schrieb der Verband und kündigte an, die Geschehnisse aufklären zu lassen. Der Vorfall schlug hohe Wellen in Fussball-Deutschland, derart hoch, dass beinahe vergessen ging, wie Union durch den 1:0-Erfolg an die Champions-League-Plätze heranrückte. Die Berliner, unter der Leitung des Zürchers Urs Fischer, gehören zu den ganz grossen Überraschungen dieser Bundesliga-Spielzeit.

Derartiges lässt sich zweifelsfrei auch über den SC Freiburg behaupten, dem mit zuletzt fünf Siegen in Serie ein Vereinsrekord glückte. Am Sonntag gegen Bayern München verloren die Breisgauer, auch weil Nils Petersen in der Nachspielzeit nur die Latte traf. So blieb es beim 2:1 für die Münchner, die sich ein wenig von der Pokalblamage unter der Woche in Kiel erholt haben.

Luka Jovic weiss noch immer, wo in Frankfurt das Tor steht

Erholung bietet das Traineramt beim FC Schalke 04 kaum, schliesslich geht es darum, den Traditionsverein vor dem Abstieg zu bewahren. Nachdem Christian Gross die Schalker in der Vorwoche von der Bürde befreit hatte, als schlechteste Mannschaft in die Bundesliga-Geschichte einzugehen, ging die Malaise gegen Eintracht Frankfurt weiter. Schalke verlor 1:3, Madrid-Rückkehrer Luka Jovic vergoldete sein Comeback mit zwei Toren.

In Frankfurt spielte sich auch die schönste Szene des Bundesliga-Wochenendes ab. Die Partie gegen Schalke war für Eintrachts Captain David Abraham nämlich das letzte Spiel seiner Karriere. Der ehemalige Basler beendet seine fussballerische Laufbahn im Alter von 34 Jahren und liess seinen Vertrag auf eigenen Wunsch hin auflösen. Nach Spielschluss liessen ihn seine Mitspieler ein finales Mal hochleben.

Hoch soll er leben: David Abraham spielte das letzte Mal für die Eintracht. Seine Mitspieler verabschiedeten ihn feierlich.

Hoch soll er leben: David Abraham spielte das letzte Mal für die Eintracht. Seine Mitspieler verabschiedeten ihn feierlich.

Keystone

Welche Schweizer fielen auf?

Renato Steffen und Denis Zakaria verpassten es, in dieser Runde zu Hauptdarstellern zu werden. Beide schossen Tore, Steffen für Wolfsburg, Zakaria für Gladbach, es waren die Treffer zum 2:1, beide Spiele aber endeten 2:2.

Die Ergebnisse

  • Union - Leverkusen 1:0
  • Bremen - Augsburg 2:0
  • Köln - Hertha 0:0
  • Wolfsburg - Leipzig 2:2
  • Hoffenheim - Bielefeld 0:0
  • Dortmund - Mainz 1:1
  • Stuttgart - Gladbach 2:2
  • Bayern - Freiburg 2:1
  • Frankfurt - Schalke 3:1