Gesundheit
Studie zeigt: Schweizer Bevölkerung schluckt zu häufig Säureblocker

Säureblocker sind allgegenwärtig: Sie helfen gegen Sodbrennen oder Magengeschwüre. Nun kommt eine Schweizer Studie zum Schluss: Die Medikamente werden in jedem vierten Fall falsch verschrieben.

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Säureblocker: Häufig geschluckt und häufig falsch verschrieben. (Symbolbild)

Säureblocker: Häufig geschluckt und häufig falsch verschrieben. (Symbolbild)

Keystone

(rwa) Die sogenannten Protonenpumpenhemmer unterdrücken die Produktion von Magensäure. Über eine Million Menschen in der Schweiz nehmen regelmässig oder gelegentlich Säureblocker ein. Nicht zufällig ist deshalb Pantoprazol das am häufigsten verschriebene Generikum und verursacht die höchsten Gesamtkosten für Generika in der Schweiz.

Nicht immer ist die Einnahme der Säureblocker jedoch angezeigt. Das ist das Resultat einer kürzlich veröffentlichten Studie des Instituts für Hausarztmedizin der Universität Zürich unter Beteiligung der Krankenkasse Helsana. In jedem vierten Fall war die Verschreibung eines Protonenpumpenhemmers medizinisch nicht gerechtfertigt. Über die Studie berichteten am Dienstag die Tamedia-Zeitungen.

Die Studie liefert Hinweise darauf, dass eine der am häufigsten verschriebenen Arzneimittelgruppen in der Bevölkerung häufig unangemessen verschrieben wird und dass dieser Trend zunimmt. Faktoren dafür waren Medikamente mit Blutungsrisiko und Mehrfacherkrankungen. Für die Studie untersuchten die Forscher Daten von 1,3 Millionen Helsana-Versicherten während der Jahre 2012 bis 2017.