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Kernkraftwerk Mühleberg: Rückbau ist trotz Pandemie auf Kurs

Die BKW zieht eine positive Bilanz des ersten Jahres, in dem sich das Kernkraftwerk Mühleberg im Rückbau befindet. Die Arbeiten seien trotz Pandemiekrise gut vorangekommen.

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Mammutprojekt: Mühleberg ist das erste Kernkraftwerk der Schweiz, das rückgebaut wird.

Mammutprojekt: Mühleberg ist das erste Kernkraftwerk der Schweiz, das rückgebaut wird.

zvg

(wap) Seit dem 19. Dezember 2019 produziert das Kernkraftwerk Mühleberg keine Elektrizität für das Schweizer Stromnetz mehr, seit dem 6. Januar 2020 läuft der Rückbau. Seither seien mehrere Meilensteine erreicht worden, gab die Betreiberfirma BKW am Mittwoch an einer Medienkonferenz bekannt. Die radioaktiven Brennelemente seien in ein mit Wasser gefülltes Lagerbecken überführt worden, dass an eine unabhängige Kühlung angeschlossen sei.

In dem Lagerbecken kühlen die Brennelemente nun ab, bis sie ab 2022 ins Zwischenlager Würenlingen transportiert werden. Als nächstes werden im Reaktorgebäude nun die Kerneinbauten demontiert. Dies sei eine anspruchsvolle Arbeit für Experten mit internationaler Erfahrung, sagte der Leiter Stilllegung und Entsorgung, Stefan Klute an der Pressekonferenz der BKW. Die Metallteile seien hochradioaktiv. Die wichtigsten Aufträge seien bereits vergeben, sagte Klute.

Pandemie-Konzept zeigte Wirkung

Trotz intensiver Arbeitseinsätze sei es gelungen, die Strahlenbelastung für die Mitarbeiter tief zu halten, so Klute: Die sogenannte Kollektivdosis, die misst, wie viel radioaktive Strahlung das gesamte Personal innerhalb eines Jahres abbekommen hat, sei sogar tiefer ausgefallen als erwartet. Dies, da viele Arbeiten dank der sich einstellenden Routine schneller fertig gewesen seien.

Negative Auswirkungen durch die Pandemie habe es beim Rückbau nicht gegeben. Das Kernkraftwerk habe von früher her über ein Pandemie-Konzept verfügt. Dieses habe nur leicht angepasst werden müssen.