Nur Verheiratet
Bis dass Spotify euch scheidet: Der Podcast von Hazel Brugger wird abgesetzt

Vier Staffeln lang gaben Hazel Brugger und Thomas Spitzer per Podcast Einblick in ihre Beziehung. Damit ist bald fertig. Der Vertrag mit dem Streamingriesen Spotify wird nicht verlängert.

Michael Graber
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Hazel Brugger und Thomas Spitzer.

Hazel Brugger und Thomas Spitzer.

Marvin Ruppert

Hazel Brugger und Thomas Spitzer machen Schluss. Ihr Podcast «Nur verheiratet» wird nach der vierten Staffel eingestellt. Das haben die beiden Comedians in der aktuellen Folge bekanntgegeben. Es ist ein unfreiwilliges Ende: Es sei «Senderpolitik», sagt Spitzer. Der «Sender» ist beim Podcast der Streaminggigant Spotify. Dieser hatte die beiden verheirateten Jungeltern für ihren Seelenstriptease am Mikrofon entlöhnt. Brugger und Spitzer erhielten eine fixe Gage für ihren Talk.

Sie seien Opfer ihres eigenen Erfolgs, klagen die beiden durchaus selbstbewusst. In der dritten Staffel hätten sie viele Hörerinnen und Hörer dazugewonnen – auch dank prominenter Gäste und Werbeschaltungen in anderen sehr erfolgreichen Podcasts. In der vierten Staffel habe sich dann eine Stagnation eingestellt. Für Hazel Brugger kein Grund, am eigentlichen Konzept zu zweifeln: «In drei Jahren soll sich Spotify gefälligst darüber ärgern, dass sie uns nicht mehr haben.»

«Schwieriges Standing im Podcast-Game»

Sie hätten was «Eigenes» gemacht, sind Brugger und Spitzer überzeugt. Kein «Laber-Podcast mit Influencern», aber auch keine wahnsinnig aufwendige, recherchierte Show. Darum habe «Nur verheiratet» ein «schwieriges Standing im Podcast-Game» (O-Ton Spitzer) gehabt. «Wir haben einen Ehepodcast, in dem wir ein Spezi-Tasting gemacht haben. Das ist so eigen», führt der Deutsche aus. Trotzdem hätten sie es nicht geschafft, sich in die «Top-Top-Top-Riege der Podcasts» einzureihen. Bei den erfolgreichsten 30 im deutschsprachigen Raum seien sie aber wohl schon dabei.

«Nur verheiratet» ist immer wieder in den Listen der erfolgreichsten Podcasts aufgetaucht. Einzelne Folgen der Show, die seit Frühjahr 2021 läuft, trendeten auch und gingen viral. Ein bisschen Selbstkritik gibt es dann doch. «Wir haben versagt, Spotify davon zu überzeugen, mit uns weiterzumachen», so Spitzer. Es sei vielleicht aber auch gut, dass die Hörerinnen und Hörer auch mal merken, «dass uns auch nicht alles gelingt. Vorher wirkte das ja fast unheimlich», meint das Komiker-Eheleute-Duo.

Die grössten Fans machen den Podcast selbst

Vieles an der Abschiedserklärung – es folgen übrigens noch zwei weitere Folgen – wirkt ein bisschen sossig. «Egal, was passiert: Wir haben ja immer noch uns», sagt Spitzer zu Brugger. Im selben Podcast orakelt Spitzer, die Schweizerin werde «in drei Jahren der grösste Star Deutschlands» sein – «vielleicht sogar irgendeinmal einer der grossen der Welt». Dazu betont er immer wieder, er kämpfe also schon mit den Tränen.

Sowieso: Es sei «krass», was während der Laufzeit des Podcasts alles passiert sei. Burn-out, Pandemie und vieles mehr. «Du hast dich zum Menschen hin entwickelt, zur Mutter», sagt Spitzer mit gönnerhaftem Unterton. «Du wurdest zum Star und ich zum Menschen», frotzelt Brugger zurück. Ansonsten ist aber vieles über weite Strecken beinahe schon unanständig symbiotisch. «Nur verheiratet» braucht gar keine Fans, denkt man mehrmals, die beiden grössten Fans des Podcasts machen diesen ja bereits selbst. Oder bald: machten.