Aargauer Fall
THC im Blut: Bundesgericht bestätigt Strafe für kiffenden Autofahrer

Bei der Polizeikontrolle werden die Beamten ob den roten Augen und dem schwankenden Gang skeptisch. Eine Blutprobe zeigt: Der Mann hat gekifft. Dieser gelangte wegen der Strafe bis ans Bundesgericht.

Drucken
Teilen
Mit THC im Blut darf man sich nicht hinter ein Steuer setzen. (Symbolbild)

Mit THC im Blut darf man sich nicht hinter ein Steuer setzen. (Symbolbild)

Keystone

Das Bundesgericht bestätigt den Nulltoleranz-Kurs bei Cannabis im Strassenverkehr. Es hat die Beschwerde eines Mannes abgewiesen, der mit einer Verurteilung durch das Obergericht Aargau nicht einverstanden war. Er war 2018 auf dem Weg nach Rupperswil in eine Polizeikontrolle geraten und dabei den Polizisten durch gerötete Augen und einem leicht schwankenden Gang aufgefallen. Bei einer Blutprobe fanden die Beamten 4,4 Mikrogramm THC pro Liter Blut. Damit liegt er deutlich über dem zulässigen Grenzwert von 1,5 Mikrogramm pro Liter.

Der Beschuldigte ist aber mit diesem Grenzwert nicht einverstanden. «Dieser sage nichts über die Wirkung der Substanz aus und sei zu tief angesetzt», verteidigte er sich gemäss Mitteilung des Bundesgerichts vom Mittwoch. Der Grenzwert ist tatsächlich umstritten. So ist nicht erwiesen, dass der Blutwert tatsächlich etwas über die Wirkung aussagt. «Dass eine andere Lösung ebenfalls vertretbar oder gar vorzuziehen wäre, macht den aktuell geltenden Grenzwert jedoch entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht willkürlich», schreibt das Bundesgericht in seinem Urteil. Beim derzeit geltenden Wert handelt es sich um einen sogenannten Bestimmungsgrenzwert, der angibt, ab welcher Konzentration eine Substanz im Blut quantitativ überhaupt zuverlässig nachgewiesen werden kann.

Auch das Bundesgericht kam zum Schluss, dass der Fahrer seine «Fahrunfähigkeit in Kauf genommen hat». Bereits die Vorinstanz hatte angeführt, dass der Mann die «körperlichen Auffälligkeiten» bemerkt haben muss. Das Urteil von 2021 bleibt bestehen. Damals wurde der Mann zu einer bedingten Geldstrafe und einer Busse von 300 Franken verurteilt. Neu kommen noch 3000 Gerichtskosten dazu, die dem Beschwerdeführer auferlegt werden. (mg)

Aktuelle Nachrichten