Ukraine-Krieg
Asyl für russische Deserteure und Kriegsgegner: Aktivisten reichen Petition ein

Die Schweiz soll ihre Türen nicht nur für ukrainische Flüchtlinge öffnen, sondern auch für russische Deserteure und Kriegsdienstverweigerer. Dies fordert eine Petition, die Aktivisten am Freitag in Bern eingereicht haben.

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Die russische Regierung geht hart gegen Kriegsgegner im eigenen Land vor. Auch sie sollen Asyl in der Schweiz erhalten, fordern die Petitionäre.

Die russische Regierung geht hart gegen Kriegsgegner im eigenen Land vor. Auch sie sollen Asyl in der Schweiz erhalten, fordern die Petitionäre.

Campax

Die Schweiz hat bis Donnerstagabend knapp 49'000 registrierte Geflüchtete aus der Ukraine aufgenommen. Doch das Recht auf Asyl soll auch anderen Opfern der russischen Aggression gewährt werden. Konkret sollen auch russische Deserteure, Kriegsdienstverweigerer und Kriegsgegner hierzulande Asyl beantragen können. Campax hat am Freitag eine entsprechende Petition mit 6466 Unterschriften der Bundeskanzlei überreicht, wie die Kampagnenorganisation mitteilte.

Viele junge russische Soldaten würden von ihrer Regierung «zu Mördern im Dienste eines barbarischen Angriffskrieges gemacht», heisst es im Petitionstext. Zudem laufen sie Gefahr, in einem Krieg zu sterben, den sie nicht gewählt hätten. Im Weiteren sollen auch Personen Asyl erhalten, die es in Russland wagen, öffentlich den Krieg zu kritisieren. Denn diese Gruppen sind gemäss der Petition ebenfalls «Opfer der diktatorischen und imperialen Politik» des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Lanciert wurde die Petition auf Campax vom Genfer Gemeinderat Tobia Schnebli (Partei der Arbeit). Unterstützung erhält sie von diversen linken Exponenten. Zu den Erstunterzeichnenden gehören etwa die beiden SP-Co-Präsidenten Cédric Wermuth und Mattea Meyer, der Grüne Parteipräsident Balthasar Glättli und die Grüne Ständerätin Lisa Mazzone (GE), alt Nationalrat und ehemaliger GSoA-Präsident Jo Lang sowie die Präsidentin der Gewerkschaft Unia, Vania Alleva. (dpo)