Tierwohl
Nein zum «Hörnerfranken»: Nationalrat zeigt kein Herz für Kühe und Ziegen

Das Parlament will keine höhere Direktzahlungen für Landwirte, die ihrem Vieh die Hörner nicht entfernen. Der Nationalrat hat den «Hörnerfranken» abgelehnt.

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Der Nationalrat sagt Nein zum «Hörnerfranken» für Kühe, Schafe und Ziegen.

Der Nationalrat sagt Nein zum «Hörnerfranken» für Kühe, Schafe und Ziegen.

Keystone

Der Nationalrat will Hörner tragende Kühe, Schafe und Ziegen nicht finanziell unterstützen. Anders als der Ständerat sagte er am Donnerstag Nein zum Vorstoss des Solothurner SP-Ständerats Roberto Zanetti. Die grosse Kammer lehnte den sogenannten «Hörnerfranken» mit 92 zu 86 Stimmen bei 13 Enthaltungen knapp ab. Die vorberatende Kommission hatte sich noch für die Vorlage ausgesprochen. Die Motion ist damit erledigt.

Der Vorstoss verlangte eine Änderung der Direktzahlungsverordnung: Neu sollen Bäuerinnen und Bauern einen leicht höheren Betrag bekommen, wenn sie die Hörner bei ihren Kühen, Schafen und Ziegen nicht entfernen lassen. Dabei geht es um einen Betrag von rund 20 Millionen Franken. Begründet wurde der Vorstoss mit mehr Tierwürde und einer Entschädigung für den Mehraufwand der Tierhalter.

Entscheid des Stimmvolks akzeptieren

Das Schweizer Stimmvolk befasste sich bereits im Jahr 2018 mit dem Thema. Es lehnte damals die sogenannte Hornkuh-Initiative von Armin Capaul mit 54,7 Prozent ab. Der Bündner Bergbauer sorgte mit seinem Anliegen im In- und Ausland für viel Aufsehen.

Das damalige Nein des Stimmvolks und der Stände ist auch einer der Gründe, weshalb der Nationalrat den Vorstoss fallen liess. «Dieser Entscheid sollte akzeptiert werden und das Anliegen nicht einfach durch die Hintertüre eingeführt werden», sagte Kommissionssprecher Olivier Feller (FDP/VD). Zudem könnten Hörner gefährlich sein für andere Tiere und Menschen. «Es geht auch um die Gesamtbetrachtung des Tierwohls.» Kühe mit Hörner würden eher angebunden gehalten als hornlose Tiere.

Damit sind die Hörner jedoch noch nicht vom Tisch. Armin Capaul kämpft noch immer für sein Anliegen: Er kündigte bereits an, bei einem Nein des Parlaments seine «Naturkuh-Initiative» zu lancieren. Diese verlangt, dass das Enthornen von Kühen und Ziegen ganz verboten wird. (abi)