Tiefenlager
Nagra zieht positive Bilanz nach Tiefbohrung in Rheinau ZH

Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle zeigt sich zufrieden mit den Ergebnissen der Tiefbohrung in Rheinau ZH. Im Herbst dürfte sie voraussichtlich bekannt geben, welche Region sich am besten für ein Tiefenlager eignet.

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Geologinnen und Geologen bei der Arbeit am potenziellen Standort für ein Tiefenlager in Rheinau.

Geologinnen und Geologen bei der Arbeit am potenziellen Standort für ein Tiefenlager in Rheinau.

Nagra

Für die künftige Entsorgung von radioaktiven Abfälle in einem geologischen Tiefenlager kommen hierzulande drei potenzielle Standortgebiete in Frage: Jura Ost, Nördlich Lägern und Zürich Nordost. Seit Frühling 2019 untersucht die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) alle drei Gebiete mit Tiefbohrungen im Rahmen des vom Bund ausgearbeiteten Sachplans geologische Tiefenlager.

Nun hat die Nagra ihre dreimonatige Bohrung bis in eine Tiefe von rund 800 Metern in Rheinau ZH abgeschlossen. Die Geologinnen und Geologen ziehen dabei ein positives Fazit, wie es in einer Mitteilung vom Freitag heisst. Sie interessierten sich vor allem für die Eigenschaften des sogenannten Opalinustons. Dabei handelt es sich um das Tongestein, in dem das Tiefenlager für den radioaktiven Abfall der Schweiz dereinst gebaut werden soll. «Unsere Daten zeigen, dass der Opalinuston trotz Störungen dicht ist», lässt sich Tim Vietor, Bereichsleiter Sicherheit und Geologie bei der Nagra, zitieren.

Stimmvolk hat letztes Wort

Aufgrund seiner Dichtigkeit und der Fähigkeit, bei Wasserzutritt Klüfte selbst abzudichten, sei das Opalinuston das ideale Gestein für ein Tiefenlager. Die Erkenntnisse aus Rheinau sind laut der Nagra für alle drei potenziellen Standortgebiete wichtig.

Aktuell laufen letzte Bohrungen in der Gemeinde Bachs im Gebiet Nördlich Lägern. Die Nagra kann voraussichtlich im Herbst dieses Jahres bekannt geben, welche Region am besten für ein Tiefenlager geeignet ist. Das letzte Wort bei der Standortsuche haben aber Bundesrat und Parlament und das Schweizer Stimmvolk, falls ein Referendum zustande kommt. (dpo)

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