zweite welle
Steigender R-Wert: Neuenburg, Waadt und Wallis ziehen Konsequenzen

Aktuelle Berechnungen zeigen, dass der R-Wert in der Schweiz ab Mitte Dezember wieder angestiegen ist. Drei Westschweizer Kantone machen als Folge ihre Ausnahmeregelungen rückgängig.

Merken
Drucken
Teilen
Weniger Tests über die Festtage: Das Neuenburger Contact Tracing meldet eine Vervielfachung der Kontakte. (Symbolbild)

Weniger Tests über die Festtage: Das Neuenburger Contact Tracing meldet eine Vervielfachung der Kontakte. (Symbolbild)

Keystone

(wap/rwa) Vor Weihnachten ist der R-Wert hierzulande wieder angestiegen. Er gibt an, wie viele Personen im Schnitt von einem Infizierten angesteckt werden. Liegt er über 1, steigt die Zahl der Neuinfizierten exponentiell an. Gemäss den am Sonntag aktualisierten Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) nahm der R-Wert vom 17. bis am 23. Dezember von 0,91 auf 0,96 zu. Berechnet wird der R-Wert jeweils zehn Tage im Nachhinein anhand der aktuellen Fallzahlen.

Diese seien jedoch trügerisch, warnt die ETH Zürich, die für alle Kantone laufend R-Werte berechnet, auf ihrer Website. Denn über die Festtage war unregelmässig und meist deutlich weniger getestet worden als in den Tagen zuvor. Tatsächlich dürfte der R-Wert am 23. Dezember also bereits höher gewesen sein. Wie hoch er aktuell ist, wird erst in zehn Tagen ersichtlich sein.

Den stärksten Anstieg meldet der Bund für den Kanton Appenzell Ausserrhoden. Dort lag der R-Wert am 23. Dezember gemäss den offiziellen Angaben bei 1,21. Einen sehr hohen Wert verzeichnet auch der Kanton Wallis: 1,15. Im benachbarten Kanton Uri liegt der Wert bei 1,12, in Nidwalden bei 1,07 und im Tessin bei 1,02. In der Westschweiz weisen die Kantone Waadt und Neuenburg für den 23. Dezember Werte über 1 auf.

Neuenburg: Kontakte über die Festtage vervielfacht

In Neuenburg, Waadt und Wallis reagieren nun die Kantonsregierungen. Die Ausnahmeregelungen, welche im Kanton wegen der vormals tiefen R-Werte gegolten hatten, sind ab heute Sonntag um Mitternacht aufgehoben, in Neuenburg sogar schon ab 19 Uhr: Läden müssen nun wie in der restlichen Schweiz an Sonn- und Feiertagen sowie am Abend schliessen, Museen und Bibliotheken bleiben geschlossen.

Der R-Wert liege bereits an drei Tagen in Folge über 1, begründen die Kantone den Entscheid. Damit seinen die Kriterien, unter denen der Bund kantonale Ausnahmeregelungen zulässt, nicht länger erfüllt. Die Neuenburger Behörden stellten gemäss Mitteilung ausserdem fest, dass sich die Kontakte in der Bevölkerung über die Festtage vervielfacht hätten, dies obwohl die Behörden zur Vorsicht aufgerufen hätten. Die neuen Massnahmen gelten bis zum 22. Januar.