SP-Präsidium: «Weigern uns, aus Berset einen Täter zu machen»

Die SP weigere sich, Bundesrat Alain Berset vom Opfer zum Täter zu machen, weil er erpresst wurde. Dies sagte Co-Präsident Cédric Wermuth am Dienstag am Rande einer Medienkonferenz in Bern.

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Keine Zweifel an Alain Berset: SP-Co-Präsident Cédric Wermuth stellt sich hinter den eigenen Bundesrat.

Keine Zweifel an Alain Berset: SP-Co-Präsident Cédric Wermuth stellt sich hinter den eigenen Bundesrat.

Keystone

(wap/sat) Für die SP sei der Fall «im Moment vollkommen abgeschlossen», sagte der Aargauer Nationalrat in einem Videointerview mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Berset sei Opfer eines Erpressungsversuchs geworden und dieser strafrechtlich abschliessend gewürdigt. «Wir weigern uns, aus Berset einen Täter zu machen», sagte Wermuth. Bisher hatte die SP-Spitze zum Thema geschwiegen.

Die Partei habe «selbstverständlich» immer wieder Kontakt mit allen Bundesräten und somit auch mit Berset. «Zu Spekulationen äussern wir uns nicht», sagte Wermuth. Der SP-Bundesrat sei schlicht Opfer eines Erpressungsversuchs geworden. «Alain Berset wird sich zu gegebener Zeit dazu äussern, wenn er das Gefühl hat, er müsse», fügte SP-Co-Präsident Wermuth an. Es gebe keinen Grund für weitere Spekulationen.

Aufsicht nimmt Bundesanwaltschaft unter die Lupe

Am Wochenende war bekannt geworden, dass Bundesrat Alain Berset vor einem Jahr Opfer eines Erpressungsversuchs geworden ist. Der SP-Bundesrat reichte gegen die Frau wegen «unwahrer und ehrverletzender Behauptungen» über sein Privatleben eine Strafanzeige ein.

Im vergangenen September ist die Frau von der Bundesanwaltschaft (BA) per Strafbefehl rechtskräftig verurteilt worden. Am Montag schaltete sich zudem die Aufsicht über die Bundesanwaltschaft ein und will mit aufsichtsrechtlichen Abklärungen das Verhalten der BA in der fraglichen Angelegenheit klären. Der Ausgang dieser Abklärungen sei offen.