Schwarzmarkt
Die meisten illegalen Medikamente kamen 2020 aus Singapur

Die Zahl der illegal eingeführten Arzneimittel nahm 2020 leicht ab. Bei den Herkunftsländern überholte Singapur erstmals Indien. Am häufigsten wurden Erektionsförderer importiert.

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Beschlagnahmte Potenzmittel der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV).

Beschlagnahmte Potenzmittel der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV).

EZV

(dpo) Die Arzneimittelbehörde Swissmedic und die eidgenössische Zollverwaltung haben im vergangenen Jahr 6733 illegale Medikamentenimporte sichergestellt. Damit sind die Einfuhren gegenüber 2019 (7781) nur leicht gesunken, wie Swissmedic am Donnerstag mitteilt.

Derweil hat ein Wechsel der Vertriebswege stattgefunden: zum ersten Mal führte Singapur mit 1310 Sendungen die Liste der Herkunftsländer an. An zweiter Stelle folgt Indien mit 1304 Sendungen, das gemäss Swissmedic bislang zuoberst auf der Liste Herkunftsländer gestanden ist. Der Wechsel sei darauf zurückzuführen, dass illegale Anbieter Singapur als Lieferzentrum für den Versand der Produkte nutzen würden.

Warnung vor vermeintlich pflanzlichen Präparaten

Erektionsförderer wurden, wie bereits 2019, auch letztes Jahr am häufigsten importiert (87 Prozent), gefolgt von anderen rezeptpflichtigen Arzneimitteln (7 Prozent) sowie von Schlaf- und Beruhigungsmitteln (5 Prozent).

Laut Swissmedic werden die Gesundheitsgefahren durch illegale Medikamente aus dem Internet immer noch unterschätzt. Die Gefahr sei gross, dass Fälschungen mit schädlichen Inhaltsstoffen versandt werden. Zudem warnt die Arzneimittelbehörde ausdrücklich vor vermeintlich pflanzlichen Präparaten wie Tees und Kapseln mit nicht deklarierten chemischen Wirkstoffen.