Post-Verwaltungsrat
Konsumentenschutz fordert: SP-Levrat soll bei der Post die Datensicherheit verbessern

Die Stiftung für Konsumentenschutz hat eine klare Vorstellung, um was sich der neue Postpräsident kümmern muss.

Lucien Fluri
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Wird bald Post-Verwaltungsratsprädient: SP-Politiker Christian Levrat

Wird bald Post-Verwaltungsratsprädient: SP-Politiker Christian Levrat

Marcel Bieri/Key

Auf den neuen Verwaltungsratspräsidenten der Post warten bereits die ersten Aufgaben: Christian Levrat müsse dafür sorgen, dass der gelbe Riese die Sicherheit der Kundendaten garantieren könne und mit notwendigen weiteren Digitalisierungsschritten nicht zusätzlich ausheble. Dies fordert Sara Stalder, die Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz, vom neuen Post-Verwaltungsratspräsidenten.

Bundesrätin Simonetta Sommaruga hatte ihren Parteikollegen am Mittwoch auf diesen Posten gehievt. Levrat, Freiburger SP-Ständerat und ehemaliger Präsident der SP-Schweiz, folgt auf Urs Schwaller, den Ex-Fraktionschef der CVP im Bundeshaus. Auch Schwallers Wahl war ein parteipolitisches Beziehungsdelikt: Er war noch von CVP-Bundesrätin Doris Leuthard eingesetzt worden.

Die Post machte Geld mit Adressen

Hintergrund der Forderung ist eine Recherche des Magazin «K-Tipp». Dieses zeigte kürzlich auf, dass Nutzer, die im Internet einen Werbespot des Detailhändlers Denner angeschaut hatten, später ungefragt Werbung der Firma im Briefkasten hatten. - Ohne dass sie sich registriert hatten. Möglich war dies, weil eine Firma anonymisierte Nutzerprofile angelegt hatte und diese mit einer Adressdatenbank abglich. Die Post schliesslich verifizierte die Adressen und verteilte die Rabattgutscheine.

Ein Bundeskonzern wie die Post, die aufgrund ihrer Aufgabe die Adressen der Schweizerinnen und Schweizer besitze, dürfe Kundendaten nicht auf diese Art verkaufen, sagt Konsumentenschützerin Stalder. «Die Post kann sich dies nicht erlauben.» Kein neuer Abbau droht vorläufig beim Filialnetz. Bis 2024 ist eine gewisse Zahl an Poststellen garantiert. Stalder fordert aber, dass die sogenannten weiteren Zugangspunkte alle relevanten Dienstleistungen anbieten und dies bedürfnisgerecht. Es könne nicht sein, dass man gewisse Dienstleistungen nur in einer Postfiliale habe «und dafür dann eine halbe Stunde anstehen muss.»