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TV ist tot? Die Nutzerzahlen zeigen ein anderes Bild

Die Stiftung Mediapulse hat Nutzungszahlen des klassischen Fernsehens mit denjenigen von Streaming-Plattformen verglichen. Die Ergebnisse fürs erste Quartal 2021 sind überraschend.

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Trotz Streamingdiensten: Das klassische Fernsehen hat noch nicht ausgedient. (Symbolbild)

Trotz Streamingdiensten: Das klassische Fernsehen hat noch nicht ausgedient. (Symbolbild)

Keystone

(dpo) Das klassische Fernsehen ist tot, alle Welt scheint nur noch Netflix oder YouTube zu konsumieren. Diese Beobachtung wurde in den vergangenen Jahren zigmal wiederholt. Doch Totgesagte leben bekanntlich länger. Darauf deuten zumindest neue Daten der Forschungsorganisation Mediapulse hin.

Mediapulse hat im Rahmen eines Quartalsreports seit Anfang 2021 erstmals nebst Nutzungszahlen zu TV-Angeboten auch Daten zu Streamingdiensten und Videoplattformen erhoben. Der am Mittwoch veröffentlichte Bericht zeigt: Der gute alte Fernseher hat längst nicht ausgedient.

So erreichten die Angebote der Fernsehsender im Januar 2021 täglich 66 Prozent der Wohnbevölkerung. Dagegen fallen die Tagesreichweite von YouTube und Netflix mit 31 respektive 11 Prozent deutlich geringer aus.

Das Fernsehen erreicht täglich immer noch einen grösseren Teil der Bevölkerung als Netflix und Co.

Das Fernsehen erreicht täglich immer noch einen grösseren Teil der Bevölkerung als Netflix und Co.

Mediapulse

Allerdings muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass die Zahlen zur TV- und Streaming-Nutzung sich ausschliesslich auf den Konsum zu Hause begrenzen. Das heisst, die Nutzung ausser Haus wurde im Bericht nicht berücksichtigt. Dies wolle Mediapulse in zukünftigen Berichten ändern.

Dabei hat das Fernsehen gegenüber seinen jüngeren Streamingkonkurrenten nicht nur bei der Reichweite, sondern auch bei der täglichen Verweildauer deutlich die Nase vorne:

Das klassische Fernsehen kann seine Nutzer länger binden als Netflix und Co.

Das klassische Fernsehen kann seine Nutzer länger binden als Netflix und Co.

Mediapulse

Personen, welche die Angebote der TV-Sender live oder zeitversetzt nutzen, tun dies laut Mediapulse im Schnitt für mehr als dreieinhalb Stunden pro Tag. Netflix weist dagegen eine Verweildauer von 81 Minuten pro Tag auf. Die Nutzer von YouTube, wo eher kürzere Videos dominieren, verbringen 51 Minuten täglich auf der Plattform.

Der Bericht kommt zum Schluss, dass eine Verlagerung weg vom klassischen Fernsehen noch nicht zu beobachten ist. Allerdings relativiert Mediapulse, dass der Beobachtungszeitraum relativ kurz gefasst ist.