Jahreszahlen der Zollverwaltung
Mehr Markenfälschungen und Drogen, aber weniger Einnahmen

Die Schweizer Grenzkontrolleure haben im vergangenen Jahr in Sachen Markenfälschungen und Drogen deutlich mehr sichergestellt. Die Einnahmen der Zollverwaltung waren dennoch leicht rückläufig.

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2020 stellte die Eidgenössische Zollverwaltung mehr Markenfälschungen und Drogen sicher. (Symbolbild)

2020 stellte die Eidgenössische Zollverwaltung mehr Markenfälschungen und Drogen sicher. (Symbolbild)

Keystone

(gav) Geschlossene Läden, verbotener Einkaufstourismus und Online-Boom. Das führte 2020 zu deutlich mehr sichergestellten Markenfälschungen. Mit 4433 Fällen verzeichnen diese gegenüber dem Vorjahr ein Plus von über 50 Prozent. Das vermeldet die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Donnerstag in einer Mitteilung. Bei den aufgegriffenen Waren handelt es sich in erster Linie um Uhren, Schmuck, Brillen, Taschen und Portemonnaies.

Ebenfalls deutliche Zunahmen gab es im Bereich Betäubungsmittel. So fanden die Beamten 2020 insgesamt 55 Kilo Heroin, im Vorjahr waren es 20 Kilo. Beim Kokain stieg die festgestellte Menge von 124 auf 162 Kilo. Alleine bei einer Kontrolle am Grenzübergang Thayngen (SH) stiessen Mitarbeitende der EZV im April auf 30 Kilogramm Kokain. Sie wurden im Laderaum eines Lastwagens in die Schweiz eingeführt. Grundsätzlich blieben die Aufgriffe im Bereich Schmuggel und Kriminalität auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr, wie die EZV weiter schreibt.

Wegen der Reisebeschränkungen stiessen die Zollbeamten im letzten Jahr jedoch auf weniger gefälschte Dokumente. Nachdem 2019 noch knapp 300 gefälschte Reisepässe sichergestellt wurden, waren es im Coronajahr 142. Auch einen Rückgang gab es bei den Einnahmen der EZV. Diese sanken von 23 Milliarden Franken auf 21,8. Der Grossteil des Rückgangs sei auf Mindereinnahmen bei der Mehrwertsteuer zurückzuführen, da weniger Waren importiert wurden, wie es in der Mitteilung heisst.