Neues Schuljahr
«Fenster öffnen reicht nicht»: Lehrer fordern CO2-Messgerät in jedem Schulzimmer

Schweizer Lehrerinnen und Lehrer verlangen mehr Gesundheitsschutz in der Pandemie. Gefordert werden Messgeräte, eine Priorität bei der dritten Impfung und die Ausbildung von Schutzbeauftragten.

Alice Guldimann
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Lehrerverbände der Deutsch- und Westschweiz fordern unter anderem die Ausbildung von Gesundheitsbeauftragten an Schulen. (Symbolbild)

Lehrerverbände der Deutsch- und Westschweiz fordern unter anderem die Ausbildung von Gesundheitsbeauftragten an Schulen. (Symbolbild)

Keystone

Lehrerinnen und Lehrer müssen sich auch im neuen Schuljahr auf höhere Anforderungen und weniger Planungssicherheit einstellen. Das schreiben der Dachverband Lehrer und Lehrerinnen Schweiz (LCH) und der Verband der Lehrpersonen aus der Romandie (SER) in einer gemeinsamen Mitteilung vom Montag. An einer Medienkonferenz brachten die Verbände gleichentags ihre Besorgnis zum Ausdruck und stellten verschiedene Forderungen.

So appellieren die Lehrpersonen zum Start des Schuljahres 2021/2022 an die Behörden, für ein besseres Gesundheitsmanagement an den Schulen zu sorgen. «Dazu reicht es eben nicht, sich auf das Öffnen der Fenster zu beschränken», heisst es. Die Verbände fordern, dass alle Klassenzimmer in Schweizer Schulen mit einfachen CO2-Messgeräten ausgestattet werden. Um Quarantänen von Lehrpersonen zu vermeiden, müssten diese prioritär geimpft werden, auch im Hinblick auf mögliche Auffrischungsimpfungen.

Am Rande der Erschöpfung

Zudem wiederholen die Lehrerverbände zum Schulstart ihre Forderung, für Schulen seien Gesundheitsschutzbeauftragte auszubilden. Neben der Luftqualität sollen sich diese auch mit Beleuchtung, Schalldämmung oder Ergonomie auseinandersetzen und entsprechende Mängel beheben.

Die bereits eineinhalb Jahre dauernde Coronakrise habe viele Lehrerinnen und Lehrer an den Rand der Erschöpfung gebracht, schreiben die Verbände weiter. Es sei deshalb auch wichtig, auf die psychische Gesundheit der Lehrpersonen Acht zu geben. Dies sei neben fairen Löhnen und Arbeitszeiten zentral, um diese langfristig im Beruf halten zu können.

Angesichts der prekären Stellensituation sei eine Attraktivierung des Berufs dringend nötig. Denn bereits im vergangenen Sommer hätten ein Drittel der Schulleitungen offene Stellen mit nur teilweise oder gar nicht qualifizierten Personen besetzen müssen, so die Lehrerverbände.

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