«Ehe für alle»-Abstimmungskampf
Löschung wegen Hassrede: Facebook bedauert «Fehler» und sagt Sorry!

Zuletzt wurden mehrere Beiträge und ein Konto der «Ehe für alle»-Gegner auf Facebook gelöscht oder gesperrt. Nun entschuldigt sich der Social-Media-Gigant. Es handle sich dabei um einen Fehler.

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Facebook hat im Abstimmungskampf über die «Ehe für alle» Fehler gemacht und umstrittene Beiträge in seinem Netzwerk voreilig gelöscht.

Facebook hat im Abstimmungskampf über die «Ehe für alle» Fehler gemacht und umstrittene Beiträge in seinem Netzwerk voreilig gelöscht.

Hansjörg Sahli

In den vergangenen Tagen und Wochen sind verschiedentlich Beiträge der Gegner einer «Ehe für alle» auf Facebook gelöscht worden. Ein Konto der Referendumsführer mit rund 600 Followern wurde zeitweise sogar gesperrt. Das Gegner-Komitee der Vorlage, über welche am 26. September abgestimmt wird, hat sich darauf an die Öffentlichkeit gewandt. Sie werfen dem Social-Media-Riesen Zensur, Willkür und Sabotierung der demokratischen Auseinandersetzung vor.

Inzwischen hat Facebook reagiert und spricht in der NZZ vom Mittwoch von einem Versehen: «Der Inhalt wurde auf Grund eines Fehlers versehentlich entfernt», lässt sich ein Sprecher zitieren. «Wir haben den Inhalt wiederhergestellt und entschuldigen uns für etwaige Unannehmlichkeiten.» Die Aussage bezieht sich laut dem Artikel jedoch nur auf die Ende Juli und Anfang August gesperrten Beiträge. Zu einem weiteren Beitrag, der gemäss NZZ erst am vergangenen Wochenende gesperrt worden ist, hat Facebook demnach bisher noch keine Stellung genommen.

«Männer sind die besseren Väter!»: Facebook tolerierte dieses Sujet zeitweise nicht.

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HO

Wider die Gemeinschaftsregeln?

Anian Liebrand vom Referendums-Komitee begrüsst die Stellungnahme. Er höre damit indirekt zum ersten Mal von Facebook. Und er sei beruhigt, wenn die Löschung respektive Sperrung inzwischen als Fehler angesehen werde. Der EDU-Politiker kritisiert die Macht des Social-Media-Konzerns, ohne Begründung entscheiden zu können, was auf seiner Site als Hassrede gelte und was toleriert werde.

Wie Liebrand bereits früher gegenüber CH Media ausführte, hatte Facebook die Gegner der «Ehe für alle» zuerst ermahnt, entsprechende Inhalte von ihrer Site zu entfernen. Dann seien diese gelöscht respektive die Gruppe gesperrt worden. Dies mit der automatischen Begründung, dass die umstrittenen und von Dritten gemeldeten Inhalte nicht den Gemeinschaftsregeln entsprächen respektive als Hassrede bewertet würden. Nun ist der Social-Media-Riese jedoch auf diesen Entscheid zurückgekommen. (sat)

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