Crypto-Affäre
Verletzung des Amtsgeheimnisses bei der Untersuchung: Ausserordentlicher Staatsanwalt wird eingesetzt

Während der Aufarbeitung der Crypto-Affäre sind klassifizierte Informationen an die Medien gelangt. Ein ausserordentlicher Staatsanwalt soll die Geschehnisse nun untersuchen.

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Bei der Untersuchung der Crypto AG sind klassifizierte Informationen an Medien gelangt. (Symbolbild)

Bei der Untersuchung der Crypto AG sind klassifizierte Informationen an Medien gelangt. (Symbolbild)

Keystone

(agl) Der ehemalige Zürcher Obergerichtspräsident Peter Marti wird als ausserordentlicher Staatsanwalt des Bundes eingesetzt, wie die Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft am Donnerstag mitteilte. Marti wird sich nun mit den Vorwürfen der mehrfachen Amtsgeheiminsverletzung im Rahmen der Untersuchung der Crypto-Affäre befassen, nachdem wiederholt Informationen aus dem vertraulich klassifizierten Entwurf des Inspektionsberichts an einzelne Medien gelangt waren.

Der ausserordentliche Staatsanwalt wird die Anzeige prüfen, welche die Geschäftsprüfungskommissionen der Eidgenössischen Räte bei der Bundesanwaltschaft eingereicht haben. Da die Bundesanwaltschaft ebenfalls Teile des Berichts zur Stellungnahme zugestellt erhalten hatte, überwies sie die Strafanzeige ihrer Aufsichtsbehörde, wie es in der Mitteilung heisst.

Die Crypto AG war im Februar in die Schlagzeilen geraten. Die Schweizer Herstellerin von Chiffriergeräten war jahrzehntelang vom amerikanischen und deutschen Geheimdienst kontrolliert worden und stellte unter anderem auch manipulierte Chiffriergeräte her und vertrieb diese. Im vergangenen Dezember stellte die Bundesanwaltschaft ein Verfahren gegen die Crypto AG ein, da diese keine Anhaltspunkte für bewusste oder nicht legitimierte Widerhandlungen gegen das Exportkontrollrecht feststellte.