Armee
Bundesrat hat entschieden: Ehemaliges Munitionslager Mitholz wird geräumt

Die Munitionsrückstände im ehemaligen Munitionslager Mitholz im Berner Oberland werden geräumt. Dies hat der Bundesrat entschieden. Die Anwohner müssen dazu ihre Häuser für zehn Jahre verlassen.

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Gefahr im Berg: Die Bewohner des Berner Weilers Mitholz müssen ihre Häuser während der zehn Jhare dauernden Räumung verlassen.

Gefahr im Berg: Die Bewohner des Berner Weilers Mitholz müssen ihre Häuser während der zehn Jhare dauernden Räumung verlassen.

Keystone

(wap/sat) Mit dem Entscheid, die Munitionsrückstände im 1947 durch eine Explosion zerstörten ehemaligen Munitionslager Mitholz aus dem Berg zu holen, bestätigte der Bundesrat den bereits eingeschlagenen Weg. Die Armee, der Kanton Bern und betroffene Gemeinden hatten diesen vor zwei Jahren vorgeschlagen. Bis im Herbst 2022 ist nun vorgesehen, dass das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) die Räumungsarbeiten projektieren und zuhanden des Parlaments Grundlagen für einen Verpflichtungskredit erarbeiten. soll Dies teilte der Bund am Montag mit. Gefällt hatte der Bundesrat seinen Entscheid laut Mitteilung allerdings bereits am Freitag.

Bern als Standortkanton begrüsste den Bundesratsentscheid am Montag in einer Mitteilung. In der nun anlaufenden Räumungsplanung sollten die Direktbetroffenen und die Gemeinden weiterhin eng eingebunden werden. Der Kanton seinerseits rechnet bis zum Abschluss für die Projektdauer mit 20 Jahren. In Mitholz leben rund 800 Einwohnerinnen und Einwohner.

Halbe bis eine Milliarde Franken für Räumung

Die Kosten für die Munitionsräumung werden laut Bund auf 500 bis 900 Millionen Franken geschätzt. Bereits im nächsten Jahr sollen dazu erste bauliche Massnahmen im Berner Oberland vorbereitet werden. Dies um das Risiko für die Bewohner von Mitholz im Kandertal zu verringern.

Im Laufe des kommenden Jahres soll ausserdem für jede Liegenschaft das Risiko bewertet werden. Die eigentliche Munitionsräumung im Berner Oberland werde jedoch erst in zehn Jahren beginnen können, heisst es in der Mitteilung weiter. Während dieser Zeit sollen die Bewohner den Weiler verlassen müssen. Allenfalls könnte dies laut Bund in einzelnen Fällen auch länger anhalten.