Technische Probleme
Das Gewurstel bei SRF muss aufhören

Beim Schweizer Fernsehen häufen sich Pannen in den Nachrichtensendungen. Kriegt das Unternehmen diese nicht in den Griff, reiben sich die politischen Gegner die Hände.

Francesco Benini
Francesco Benini
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Bei der «Mittagstagesschau» nach dem Sieg der Schweiz an der EM gegen Frankreich versagte die Technik mehrfach. Die Sendung ist aus dem Archiv verschwunden.

Bei der «Mittagstagesschau» nach dem Sieg der Schweiz an der EM gegen Frankreich versagte die Technik mehrfach. Die Sendung ist aus dem Archiv verschwunden.

Screenshot Srf / Aargauer Zeitung

Das Schweizer Fernsehen ist in Turbulenzen. Bekannte Köpfe verlassen den Sender, weil sie von der Digitalstrategie der Direktorin Nathalie Wappler nicht überzeugt sind. Zudem muss SRF wegen sinkender Werbeeinnahmen Geld und Programme einsparen.

Nun kommt ein neues Problem hinzu. Technische Pannen sorgen dafür, dass das Schweizer Fernsehen Sendungen nicht wie geplant ausstrahlen kann. Das ist ärgerlich für die Zuschauer und peinlich für die Moderatoren.

Pannen kommen in jedem Betrieb vor. Was das Schweizer Fernsehen in den vergangenen Wochen bot, war aber zu viel. Eine «Tagesschau» musste abgebrochen werden, weil weder Beiträge ausgestrahlt werden konnten noch der Ton funktionierte. Das Nachrichtenmagazin «10 vor 10» erinnerte derweil mit diversen Pannen an die Informationssendung eines Lokalsenders in einem Bergtal.

Von einem öffentlich finanzierten Fernsehsender kann man etwas anderes erwarten. Für SRF gilt das gleiche wie für die Swisscom: Das Unternehmen muss die technischen Systeme, die es anwendet, beherrschen. Alles andere ist inakzeptabel.

335 Franken zahlt jeder Haushalt in diesem Land für den öffentlichen Rundfunk. Für diesen Betrag professionelle Arbeit einzufordern, ist nicht übertrieben. Wenn das Schweizer Fernsehen die Pannenserie nicht schnell beendet, hilft das den politischen Kräften, welche die Haushaltsabgabe halbieren wollen.