Leserbrief
Was zählt die Erfahrung beim Bund?

Zur Coronakrise

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Die Medien bombardierten uns in den vergangenen Wochen fast pausenlos mit immer neuen Horrormeldungen zur Pandemie. Sie versetzten die Menschen bewusst in Angst und Schrecken, und das, obwohl die Kurve der Neuansteckungen bereits seit Anfang März rasant am Sinken war. Sogar mit gefälschten Bildern wurden wir eingeschüchtert und die Alten laufend an den Hausarrest erinnert. Das hatte mit Aufklärung nichts mehr zu tun, sondern war reine Panikmache, übrigens ein Straftat- bestand.

Inzwischen bestätigen zwei ETH-Studien, dass die Schweiz die Kurve auch einfacher gekriegt hätte, und sie kommen zum Schluss, dass Schulschliessungen und Ausgangssperren nur minimalen Effekt auf Neuinfektionen haben. Sie waren unverhältnismässig, wie vermutlich auch der Lockdown mit seinen Existenzen vernichtenden Auswirkungen.

Die Modellrechnungen der selbst ernannten Virus-Datiker beeinflussten die Politik zum verheerenden Lockdown. Bei allem Verständnis für die schwierige Lage des Bundesrats, aber warum wurden und werden alternative Stimmen renommierter Wissenschaftler und Mediziner unterdrückt, verunglimpft und aus dem Netz verbannt? Im Gegensatz zu den theoretischen Annahmen der Rechenmodelle hatten diese mutigen und klugen Querdenker und Praktiker wie Bhakti, Wodrag oder Vernazza den Epidemie-Verlauf genauso vorausgesagt, wie er nun eingetreten ist. Warum wurden ihre entwarnenden Appelle vom BAG, den Politikern und den Medien ignoriert? Die Erfahrung ist doch ein wichtiges Kriterium zur Entscheidungsfindung beim Krisenmanagement. Dies wurde missachtet. Das entspricht zwar dem Zeitgeist, ist aber fahrlässig. Bei derart weitreichenden Entscheiden die jahrzehntelange Erfahrung wichtiger unterschiedlicher Meinungsträger nicht mit einzubeziehen, verletzt die Sorgfaltspflicht. Die reine Modellgläubigkeit kostet uns Milliarden und sorgt für viel Leid. Nutzen wir doch in Zukunft wieder das Potenzial des Miteinanders!

Urs Thali, Göschenen