Leserbrief
Schlechte Stimmungsmache

«Vor diesem Mann wird gewarnt», Ausgabe vom 14. September

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Etwas die Augen gerieben habe ich mir schon beim Lesen des Gastkommentars des ehemaligen Chefredaktors der «NZZ am Sonntag». Grundsätzlich kann man in unserer Demokratie anderer Meinung sein und kann auch hart argumentieren. Die Ausführungen von Felix E. Müller sind aber jetzt schon etwas dicke Post und ritzen die Grenzen des Anstandes.

Insbesondere die Diffamierung eines ganzen Berufsstandes mit Halbwahrheiten ist nicht fair. Eigentlich erstaunlich, dass die «Luzerner Zeitung» solche Texte überhaupt abdruckt. Zu wünschen wäre, wenn sich ein Autor etwas tiefer mit dem Thema befassen würde, als alte Klischees aufzuwärmen und mit den Wölfen zu heulen.

Zweifelsohne sind die Agrarpolitik und die verschiedenen Handelsbeziehungen komplex; dies rechtfertigt aber in keiner Weise die Komplexität der Materie für schlechte Stimmungsmache zu missbrauchen.

Die Landwirtschaft ist zurzeit wegen des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln massiv unter Druck, da hat Herr Müller recht. Wenn aber gleichzeitig ein Handelsvertrag mit den Mercosur-Staaten abgeschlossen wird und der Mitgliedstaat Brasilien jüngst 200 sehr problematische Pflanzenschutzmittel wieder zulässt, darf dies diskutiert werden.

Stefan Heller, Geschäftsführer Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband (LBV), Sursee