Leserbrief
Junge müssen dranbleiben

«Ausgeträumt», Ausgabe vom 23. Mai

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Freilich gibt’s glückliche Jugendliche, die ihren Wunschberuf lernen dürfen. Über kurz oder lang werden aber auch sie mit Alltag und Routine konfrontiert. In diesen Zeiten sind Disziplin und Frustrationstoleranz gefragt. Auch in den besten Zeiten standen Angebot und Nachfrage nie im Einklang. In der aktuellen Situation müssen mehr Jugendliche auf einen Zweitberuf ausweichen, was einfacher gesagt als umzusetzen ist. Mit 30 Jahren arbeiten viele nicht mehr in ihrem angestammten Beruf.

Dennoch bietet ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis, egal welcher Art, eine entscheidende erste formale solide Grundlage für die folgende Berufslaufbahn. Oft wird verkannt, dass die finale Berufswahl erst nach einer Berufslehre erfolgt. Die wesentlichen Schritte erfolgen im Alter zwischen 20 und 35. Wichtig ist, dass diese jungen Leute dranbleiben, ihr Lebenskonzept entwickeln und Biss zeigen. Wer sich mangels Angebot im Wunschberuf zumindest für eine Berufslehrdauer in einem handwerklichen Umfeld vorstellen kann, wird auf gutem Boden stehen vorausgesetzt, dass folgende Schritte geplant und beharrlich umgesetzt werden. Der erste beherzte Schritt von der Schule in die Berufswelt bleibt für alle Jugendlichen eine Herausforderung und ein Schlüsselerlebnis, wofür eine fundierte Interessen- und Berufsklärung unerlässlich sind. Ein Zwischenjahr macht Sinn bei erheblichem Entwicklungsrückstand. Die Lehrstellensituation wird in einem Jahr nicht wesentlich anders sein. Lebenszufriedenheit hängt nicht allein vom gelernten Beruf ab, sondern ergibt sich aus idealem Zusammenspiel beruflicher und privater Inhalte, gepaart mit einer konstruktiven Arbeitsmoral.

Franz Lampart, Hochdorf, Ex-Berufsberater