Leserbrief
Frauenleben und die Berufsberatung

«Die Gratwanderung der Frau», Ausgabe vom 11. Juni

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Die Kolumne über die Gratwanderung von Joelle Weil ist einfach ein Gedicht. Wie sie sich als Frau so spielerisch, abgeklärt, differenziert und wortgewandt zum Geschlechterkampf äussert, ist grossartig. Sie hätte guten Grund, über die Herren der Schöpfung herzuziehen. Ist doch ein Frauenleben in einer von Männern dominierten Wirtschaftswelt alles andere als einfach, umso mehr als frau sehr wohl viel zu bieten hat. Sie äussert sich auch zur geschlechtsspezifischen Berufsberatung in ihrer Jugendzeit. Da darf ich Frau Weil beruhigen. Wenn auch noch in den 80er-Jahren über die erste Berufsberaterin der Stadt Luzern geschmunzelt wurde, weil sie etliche Mädchen zur Lehre als Korsettnäherin animierte, so hat sich seither der Gendergedanke in der Berufsberatung durchgesetzt. Heutzutage geben Berufsberaterinnen keine Tipps mehr, was man lernen soll. Vielmehr begleiten sie die Jungen auf ihrem Weg zu einem eigenständigen Berufswahlentscheid nach dem Motto «Berufe kennen kein Geschlecht». Ich wünsche Frau Weil guten Erfolg beim Frauenstreik.

Franz Lampart, Hochdorf, Ex-Berufsberater