Leserbrief
Es drohen Hyperinflation und ein Kollaps des Finanzsystems

«Werden Jahre an den Kosten der Krise kauen», Ausgabe vom 11. Mai

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Thomas Jordan, Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), geht davon aus, dass die Schweiz an den Kosten, verursacht durch das Coronavirus, noch Jahre zu kauen habe. Vielleicht sind es aber auch Jahrzehnte? Die Schweizerische Nationalbank folgt dem Beispiel der Europäischen Zentralbank (EZB) und dürfte die Negativzinsen noch weiter senken und weiteres billiges Geld in den Wirtschaftskreislauf pumpen.

Dieses Vorgehen ist reine Kosmetik, auf Dauer werden durch diese Strategie die Probleme nur grösser. Es drohen eine Hyperinflation und ein Kollaps des Finanzsystems.

Vielleicht hätte die Schweiz in den 1990er-Jahren auf namhafte Ökonomen und Finanzexperten hören sollen. Es war ein Riesenfehler, 1992 dem Internationalen Währungsfonds (IWF) beizutreten, die Goldbindung des Frankens aufzugeben und später über die Hälfte der schweizerischen Goldreserven, die dem Schweizer Volk gehören, ohne Not zu Schleuderpreisen zu veräussern.

Die Schweizerische Nationalbank hat zwischen 2000 und 2008 rund 1500 Tonnen Gold zu Dumpingpreisen abgestossen und im Gegenzug Unmengen von Devisen (vor allem Euro) angehäuft. Mit diesem Vorgehen handelten unsere Politiker und Zentralbanker (ausser der SVP) grob fahrlässig.

Würde man diese 1500 Tonnen Gold heute zu den aktuellen Marktpreisen verkaufen, hätte man einen bis zu dreifach höheren Preis erzielen und die überschüssigen Milliarden zur Rettung unserer Unternehmen und Sozialwerke einsetzen können.

Johannes Müller-Frank, Rickenbach LU

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