Kommentar
Unwichtige Schweiz: Politisch spielt die Schweiz in Berlin keine Rolle

Deutschland wählt Ende September. Obwohl noch nicht klar ist, wer die Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel antreten darf, scheint zumindest sicher: An der Beziehung zur Schweiz wird sich nichts ändern.

Doris Kleck
Doris Kleck
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Bundeskanzlerin Angela Merkel traf 2018 beim WEF auf den damaligen Bundespräsidenten Alain Berset.

Bundeskanzlerin Angela Merkel traf 2018 beim WEF auf den damaligen Bundespräsidenten Alain Berset.

Peter Klaunzer / KEYSTONE

Der deutsche Wahlkampf kommt in die Endphase: Gestern trafen sich die drei Kanzlerkandidaten Olaf Scholz (SPD), Armin Laschet (CDU) und Annalena Baerbock (Grüne) zum Redekampf im Fernsehen. Alle drei wollen sie Angela Merkel beerben.

Auch die Schweiz schaut hin, wenn Deutschland Ende September wählt. Schliesslich teilen die beiden Länder eine Grenze von 347 Kilometern Länge. Sie tauschen Güter im Wert von über 90 Milliarden Euro jährlich. Die Schweiz ist für Deutschland die neuntgrösste Handelspartnerin noch vor Russland oder Japan. Und nur drei Länder investieren mehr in Deutschland als die Schweiz. Kurzum: Wirtschaftlich mag die Schweiz bedeutend sein. Doch die Wahrheit ist auch: Politisch spielt die Schweiz in Berlin keine Rolle. Das war unter Merkel so. Und daran wird sich nichts ändern, egal ob der künftige Kanzler Scholz, Laschet oder Baerbock heisst.

Tragisch ist das nicht. Die Grenzkantone pflegen ihre Beziehung zwar nicht mit der Bundesregierung in Berlin, aber mit den unmittelbaren Nachbarn in Baden-Württemberg. Entscheidender für die Schweiz ist aber ohnehin das gute Auskommen mit der EU-Kommission. Denn in Brüssel werden die Regeln für den Binnenmarkt oder die Migration gezimmert. Den Beziehungsknorz mit der EU lässt sich nicht via Berlin lösen. Im Gegenteil: Der Bedeutungsverlust der Schweiz in Berlin hängt natürlich mit der gewachsenen und gestärkten EU zusammen.

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