Kommentar
Jede Impfung lohnt sich

Der Coronaausbruch in einem Zuger Pflegeheim: Ein Steilpass für Impfskeptiker? Auf keinen Fall. Die Impfung hat genau den Zweck erfüllt, den sie zu erfüllen hat.

Bruno Knellwolf
Bruno Knellwolf
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Die Impfung verhindert in den allermeisten Fällen eine schwere Erkrankung und reduziert die Weiterverbreitung des Virus.

Die Impfung verhindert in den allermeisten Fällen eine schwere Erkrankung und reduziert die Weiterverbreitung des Virus.

Urs Flueeler / KEYSTONE

Ein Coronaausbruch in einem Zuger Pflegeheim lässt aufhorchen. Bewohner wurden positiv getestet, obwohl sie geimpft waren. Ein Steilpass für Impfskeptiker? Auf keinen Fall. Auch in den inzwischen durchgeimpften Alters- und Pflegeheimen kann es noch zu Ausbrüchen kommen, dabei können sich auch Geimpfte anstecken. Das ist nur logisch. Denn von durchgeimpft kann nicht die Rede sein, weil es auch in Pflegeheimen Impfverweigerer bei den Bewohnern und beim Personal gibt und deshalb nicht alle geschützt sind. Zudem hat keine Pharmafirma je versprochen, dass eine Impfung zu 100 Prozent wirkt. Weiter schlagen Impfungen wie bekanntlich auch Medikamente nicht bei jedem Menschen gleich an.

Die Impfung hat genau den Zweck erfüllt, den sie zu erfüllen hat. Die infizierten geimpften Bewohner erkrankten nicht. Ohne Test hätte man ihre Infektion gar nicht bemerkt, weil sie keine Symptome zeigten. Zudem ist der Impfschutz erst zwei Wochen nach der Impfung vollständig aufgebaut. Möglicherweise wurden die Bewohner während dieser Zeit infiziert oder kurz vor der Impfung.

Die Impfung verhindert in den allermeisten Fällen eine schwere Erkrankung und reduziert, wie Erfahrungen aus Israel zeigen, die Weiterverbreitung des Virus. Sie ist der einzige Weg zurück in die Normalität. Das wird uns mit den steigenden Infektionszahlen trotz geschlossener Restaurants und anderer Einschränkungen gerade wieder vor Augen geführt.