Kommentar
Ein vernünftiger Entscheid: Die Stadt gibt dem Blue Balls Festival keine weitere Finanzspritze

Die Stadt Luzern unterstützt ihr national bekanntes Musikfestival finanziell. Für die Festivalleitung ist der Betrag aber zu tief. Unser Redaktor meint: Die Stadt handelt entlang ihrer Möglichkeiten.

Hugo Bischof
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Hugo Bischof

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Das national bekannte Blue Balls Festival erhält nicht mehr Geld von der Stadt Luzern als bisher – nämlich 130000 Franken pro Jahr plus weitere Sachleistungen. Dieser Entscheid des Stadtrats ist richtig. Denn eine Erhöhung der Subventionen hätte rasch weitere Begehrlichkeiten von anderen Institutionen geweckt.

Geplant war unter der Leitung der Stadt die Gründung einer Stiftung, die dem Festival zu einer solideren finanziellen Basis verhelfen sollte. Solche Trägerstiftungen sind in Luzern ein Erfolgsmodell, wie das Lucerne Festival und das Luzerner Sinfonieorchester zeigen. Das Scheitern dieses Plans kann man darum als verpasste Chance bezeichnen. Private waren offenbar bereit, Geld in eine «Blue-Balls-Stiftung» einzuschiessen – sofern die Stadt den Löwenanteil leistet. Doch darauf wollte die Stadt zu Recht nicht eingehen – weshalb sie das Projekt nach Gesprächen «in bestem Einvernehmen» abbrach. Nachvollziehbar, dass sich die Festivalleitung dadurch vor den Kopf gestossen fühlt. Gerade jetzt, wo sich das Festival im Überlebenskampf für die Ausgabe 2020 befindet, hätte der Stadtrat kommunikativ mehr Fingerspitzengefühl an den Tag legen sollen.

Das Entscheidende ist aber: Die Stadt unterstützt das «Blue Balls» weiterhin. Damit anerkennt sie die grosse Bedeutung des Festivals für das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Luzern. Und sie tut dies vernünftig entlang ihrer Möglichkeiten und im Rahmen ihres üblichen Engagements für ähnliche Anlässe, wie beispielsweise dem World Band Festival.

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