Polemik
Das Kuckucksei im Gotthard

Der Gotthard ist ein emotionales Stück Fels. Daher ist die Frage, ob ein weiteres Loch ins Massiv zwischen Airolo und Göschenen gebohrt werden soll, höchst umstritten.

Anna Wanner
Anna Wanner
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Heute kreuzen die Fahrzeuge im Gotthard in derselben Röhre. Mit dem Bau der zweiten Röhre würde der Verkehr in den Tunnels richtungsgetrennt geführt.

Heute kreuzen die Fahrzeuge im Gotthard in derselben Röhre. Mit dem Bau der zweiten Röhre würde der Verkehr in den Tunnels richtungsgetrennt geführt.

Keystone

Die Gegner der «Zweiten Röhre» treten mit Vehemenz auf. Unter ihnen tummeln sich nicht nur Linke und Grüne, diese Woche trat das «Komitee Bürgerliche gegen Zweite Röhre» in Bern vor die Medien.

Auf dem Podium sagte Stefan Krebser, Präsident des Bahnclubs RailValley, Überraschendes: Wenn die SBB auf höhere Kapazitäten verzichten würden, liesse sich der ganze Strassenverkehr auf die Schiene bringen.

«Dann fährt anstatt alle halbe Stunde halt nur noch alle Stunde ein Personenzug ins Tessin. Aber das kann sogar ich als Grüner akzeptieren.»

Nun war von Beginn an klar, dass die Zahl der Bürgerlichen, die sich öffentlich gegen einen zweiten Strassentunnel einsetzen, klein sein wird: Neben dem Luzerner CVP-Ständerat Konrad Graber konnte sich von den Bundespolitikern einzig die grünliberale Nationalrätin Isabelle Chevalley (VD) dazu motivieren.

Dass das Komitee deshalb einen Grünen als Bürgerlichen verkauft, muss ein Akt der Verzweiflung sein.