Polemik
Bitte nicht schon wieder Neonfarben

Sie sind wieder da, obwohl man dies schon längstens für modisch out hielt: grelle Neonfarben.

Andreas Schaffner
Andreas Schaffner
Drucken
Teilen
Die Capulets in Neonfarben und die Jeanstypen der Montagues bei einer Gang-Battle (Archivbild).

Die Capulets in Neonfarben und die Jeanstypen der Montagues bei einer Gang-Battle (Archivbild).

/Foto4you.biz Thunerseespiele

Man darf sich wohl nie zu sicher fühlen. Unbemerkt haben sie sich angeschlichen. Sie sind im wahrsten Sinn des Worts wieder da, unübersehbar. Und ich kann nichts dagegen tun. T-Shirts, Schuhe, Hosen in grellen Neonfarben. Von Pink über Grün bis Gelb. In Badis, in den Vorstädten, in den Bussen und den Trams. Kaum eine Gruppe von Teenagern, in der nicht ein Turnschuh in Neonfarben leuchtet. Die Achtzigerjahre des letzten Jahrhunderts sind zurück. Und zwar ihn ihrem schlimmsten Gewand. Alles ganz trendy und angesagt – hip.

Fehlen nur noch die Rollschuhe und die Hip-Hop-Pioniere Grandmaster Flash & the Furious Five im Central Park in New York. Und die gekringelten Plastik-Schlüsselanhänger. Ich weiss ja, dass Kleider keine Leute machen und innere Werte zählen. Doch das ist mir schlicht zu viel. Ich streike. Ich will das nicht mehr sehen. Ich will das meinen Augen nicht zumuten. Ich möchte schöne Farben sehen. Angeregt werden, nicht aufgeregt. Nur bei Leuchtstiften macht das Ganze mit den Neonfarben Sinn. Und liebe Teenager: Diese Balz-Signale wirken nicht. Sie wirkten nie.

Aktuelle Nachrichten