Kommentar
Im Raubtierpark ist ausgebrüllt

Keine Hilfe vom Bundesgericht für René Strickler: Die Auflösung seines Parks rückt immer näher.

Theodor Eckert
Theodor Eckert
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Keine Hilfe vom Bundesgericht für René Strickler: Die Auflösung seines Parks rückt immer näher.

Keine Hilfe vom Bundesgericht für René Strickler: Die Auflösung seines Parks rückt immer näher.

Landen Fälle vor Bundesgericht, zieht dieses jeweils den Schlussstrich. Normalerweise. In der Endlosgeschichte um den Subinger Raubtierpark ist nichts normal. Deshalb mag man nicht so recht daran glauben, dass jetzt Schluss sein soll.

René Strickler hat es bisher zu oft verstanden, seinen Kopf und den der Wildkatzen aus der Schlinge zu ziehen. Entsprechend darf man gespannt sein auf einen nächsten Schachzug des sich mittlerweile im Rentenalter befindenden Parkbetreibers.

Bisher waren es «konkrete» Alternativprojekte, nie aufgetauchte Dagobert Ducks mit angeblich prall gefüllten Geldsäcken oder die verzweifelte Hoffnung, dass die Landbesitzerin doch noch von ihren Forderungen abweichen könnte, die dem Raubtierbändiger jeweils etwas Luft und Zuversicht verschafften.

Alles zum Abhaken und Vergessen. Somit bleibt ihm das allerletzte Trümpflein: Wie beseitigt man zwangsweise eine Anlage mit gefährlichen und gefährdeten Tieren? Strickler kann also von einer gewissen Hilflosigkeit seiner Kontrahenten ausgehen und muss nicht damit rechnen, von einer Nacht- und Nebelaktion überrumpelt zu werden.

Einem renitenten Mieter den Teppich unter den Füssen wegzureissen, ist ein Leichtes. Den Dompteur und seine Viecher loszuwerden, dagegen um einiges diffiziler. Zumal die Öffentlichkeit jeden Schritt der Behörden genau verfolgen wird.

Dabei gehen die Meinungen weit auseinander. Von «endlich hat diese Tierquälerei ein Ende» bis zu «es ist eine Schande, für alles hat man Geld, nur für diese Tiere nicht», ist in den Internetforen alles zu lesen.

Doch nüchtern betrachtet bleibt es dabei: Jedes Ding hat seine Zeit und diese ist sowohl für den Subinger Raubtierpark als auch gleich gelagerte Anlagen abgelaufen.

theodor.eckert@azmedien.ch

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