Kommentar
Zürich ist wieder am Ball

Anfang September sah es so aus, als ob Zürich kein neues Stadion erhält. Mit strengen Auflagen hatte der Stadtrat interessierte Investoren vergrault. Jetzt ist Zürich wieder am Ball, was den Traum von einem stimmungsvollen Fussballstadion betrifft.

Matthias Scharrer
Matthias Scharrer
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Altes Fussballstadion Hardturm Zürich im 2008.

Altes Fussballstadion Hardturm Zürich im 2008.

Keystone

Der Stadtrat hat ein Stück weit eingelenkt, will Investoren nun freiere Hand in der Stadionplanung gewähren und ihnen nicht mehr die bisherigen Planungskosten von 6,5 Millionen Franken aufbrummen. Und siehe da: Schon zeigen Immobilienfirmen wie Swiss Prime Site und Halter AG wieder Interesse am Bau eines Hardturmstadions. Gut so.

Doch warum dieses Hin und Her des Stadtrats? Hätte er nicht gleich einen Steilpass für die Investoren geben können, statt sie zunächst einmal abzuschrecken? Nun, es geht um viel Geld; und um Verantwortung für die Interessen der Allgemeinheit, nicht nur der Fussballfans. Das Faustpfand, das die Stadt Zürich mit dem Hardturmareal besitzt, ist 50 Millionen Franken wert. Und der Stadtrat hat von den Stimmberechtigten wiederholt den Auftrag erhalten, günstige Wohnungen zu schaffen. Dazu will er Investoren auf dem Hardturmareal verpflichten. Deshalb operiert er mal mit Peitsche, mal mit Zuckerbrot. Oder, um in der Fussballterminologie zu bleiben: mal mit Steilpass, mal mit Querpass. Nun scheint es wieder mal in Richtung Torerfolg zu gehen. Auch wenn der Weg dahin noch weit ist: Es wäre sowohl den Fussballfans als auch der Allgemeinheit zu wünschen, dass es diesmal gelingt.