Kommentar
Wer bauen muss, darf nicht doppelt leiden

Wie sinnvoll ist es, das Sekundarschulhaus Brüelmatt in Birmensdorf unter Denkmal-Schutz zu stellen? Hier der Kommentar von Redaktor Florian Niedermann.

Florian Niedermann
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Die Schulhäuser Brüelmatt I und II sowie die Turnhalle sollen renoviert, umgebaut und erweitert werden. Doch die Denkmalpflege will sie unter Schutz stellen.

Die Schulhäuser Brüelmatt I und II sowie die Turnhalle sollen renoviert, umgebaut und erweitert werden. Doch die Denkmalpflege will sie unter Schutz stellen.

Tobias Hänni

Es ist ein strittiges Thema: Die Baudirektion des Kantons Zürich prüft derzeit, das Birmensdorfer Sekundarschulhaus Brüelmatt unter Schutz zu stellen. Die Denkmalpflege veranlasste dies, weil die Schulpflege ihre Anlage umfassend sanieren und erweitern will. Bis im Juni soll feststehen, ob und in welchem Umfang die Gebäude erhalten werden müssen. Eine umfangreiche Unterschutzstellung würde das Projekt der Sekundarschulgemeinde wohl massiv verteuern. Natürlich sind die wenigsten Hauseigentümer erfreut, wenn ihnen bei der Renovation ihrer Liegenschaften Auflagen gemacht werden. Doch bei den Schulen ist aufseiten des Kantons besondere Zurückhaltung angebracht.

Gründe für die Umbaupläne der Sekundarschulgemeinde Birmensdorf-Aesch sind nämlich nicht nur steigende Schülerzahlen oder das Alter der Gebäude. Das Schulhaus soll auch umstrukturiert werden, um etwa neue Gruppenräume für den Unterricht zu schaffen. So will die Schulpflege den Anforderungen an heutige Bildungsinstitutionen gerecht werden. Anforderungen, welche notabene der Kanton an sie stellt.

Fällt der Entscheid der Baudirektion für die Schule ungünstig aus, so müsste Birmensdorf also gleich doppelt unter kantonalen Auflagen leiden: Zum einen sieht sich die Sekundarschule durch die Bildungsdirektion zu baulichen Massnahmen gezwungen, zum andern führen denkmalpflegerische Zwänge zu Mehrkosten. Es wäre daher nur recht, wenn der Kanton beim Entscheid zur Schutzwürdigkeit des Schulhauses Brüelmatt Augenmass behielte.