Dietikon
Weg mit dem Schild!

In der Silbern widersprechen sich Verkehrsschilder. Polizisten büssen harmlose Lenker mit 100 Franken.

David Egger
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Wer nach 19 Uhr oder an Sonn- und Feiertagen hier durchfährt, zahlt 100 Franken Busse. Hunderttausende Schweizer kennen nun die verwirrende Signalisation. DEG

Wer nach 19 Uhr oder an Sonn- und Feiertagen hier durchfährt, zahlt 100 Franken Busse. Hunderttausende Schweizer kennen nun die verwirrende Signalisation. DEG

David Egger

Die Stadt Dietikon will das von Megastores dominierte Industriegebiet Silbern attraktiver machen. Die Entwicklung kommt aber seit Jahren nicht vom Fleck. Jetzt macht die Autobahnzufahrt über die Fahrstrasse auch noch schweizweit Schlagzeilen, weil dort an Sonn- und Feiertagen sowie ab 19 Uhr ein Fahrverbot gilt, obwohl mehrere Schilder die Durchfahrt signalisieren. Dass die Strasse, auf der das temporäre Fahrverbot gilt, Fahrstrasse heisst, macht die Situation vollends zur Realsatire. Das schadet nicht nur dem Ansehen Dietikons, sondern auch den ansässigen Geschäften, die nach 19 Uhr noch geöffnet haben. Mit Spreitenbach liegt die grösste Shopping-Konkurrenz für das Gebiet Silbern gleich nebenan. Wer in der Silbern gebüsst wird, überlegt sich zweimal, ob er wieder hier shoppen will – oder ob er nicht lieber bei der Aargauer Konkurrenz oder im Internet seine Elektronik-Artikel kauft.

Dass eine so wichtige Autobahnzufahrt nur temporär befahren werden darf, ist schon fragwürdig genug. Behördenvertreter argumentieren auf Anfrage, dass es sich um eine Massnahme zur Entlastung der Silbernstrasse handle. Weil diese nicht während 24 Stunden überlastet ist, müsse die Fahrstrasse nicht dauernd geöffnet sein. Das mag stimmen, rechtfertigt aber nicht den verwirrlichen Schilderwald. Dieser muss entflochten werden. Wie genau – ob mit Pollern oder mehr Kontrollen – könnte man sich lange überlegen. Doch es wäre zu viel Aufwand für ein sinnloses Verbot, das weder die Verkehrssicherheit noch den Lärmschutz erhöht. Die einfachste und günstigste Lösung ist es, das Verbotsschild zu entfernen. Darum: Weg mit dem Schild!