Kommentar
Was fehlt, ist eine Frauenkandidatur

Verena Diener (GLP) tritt bei den Ständeratswahlen im Herbst nicht mehr an. Damit werden beide Zürcher Sitze im «Stöckli» frei. Und mit Diener und Felix Gutzwiller (FDP) verlassen zwei prägende Figuren das Politparkett. Wer folgt auf das «Dreamteam»?

Matthias Scharrer
Matthias Scharrer
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Die Zürcher Ständerätin Verena Diener hört auf, Nationalrat Martin Bäumle tritt bei den Wahlen im Herbst für ihre Nachfolge an. Gemeinsam gründeten sie die GLP.

Die Zürcher Ständerätin Verena Diener hört auf, Nationalrat Martin Bäumle tritt bei den Wahlen im Herbst für ihre Nachfolge an. Gemeinsam gründeten sie die GLP.

KEYSTONE

Die FDP mit Ruedi Noser und die GLP mit Martin Bäumle haben profilierte Nationalräte als Kandidaten ins Rennen geschickt. Dass sie sich als erste in Position bringen, überrascht nicht. Denn der Kampf um die prestigeträchtigen und einflussreichen Sitze im Ständerat wird hart: Bei der SP ist mit Daniel Jositsch ebenfalls ein profilierter Nationalrat in den Startlöchern, aber noch nicht nominiert.

Und mit der SVP hat auch die wählerstärkste Zürcher Partei angekündigt, eine Ständeratskandidatur zu lancieren. Allerdings haben ihre wohl populärsten Köpfe bereits abgesagt: Rita Fuhrer und Natalie Rickli. Anderen dürfte es schwerfallen, über die SVP-Stammwählerschaft hinaus eine Mehrheit der Bevölkerung hinter sich zu bringen. Zuletzt scheiterten keine Geringeren als Ueli Maurer (2007) und Christoph Blocher (2011) an dieser Aufgabe.

Fest steht: Der eben erst lancierte Zürcher Ständeratswahlkampf verspricht Spannung. Und die GLP hat mit Parteigründer Bäumle gestern die einzige Person in ihren Reihen aufs Schild gehoben, die echte Wahlchancen hat. Die politische Mitte, wo normalerweise Wahlen gewonnen werden, ist damit bereits stark besetzt. Was indes noch fehlt, ist eine starke Frauenkandidatur. Hier liegt die Chance jener Parteien, die sich noch nicht festgelegt haben.