Biobadi
Vor dem Becken zuerst aufs Töpfchen

Schlieren hat sich die letzten Wochen ins Zeug gelegt, um seine Biobadi in der Bevölkerung beliebter zu machen.

von Tobias Hänni
von Tobias Hänni
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Schlieren hat sich die letzten Wochen ins Zeug gelegt, um seine Biobadi in der Bevölkerung beliebter zu machen: Die Stadt hat «I love Moos»-Schwimmringe verteilt und mit Facebook-Star Bendrit einen PR-Event veranstaltet. Und nun das: Ausgerechnet in der Hitze der vergangenen Tage wies das Wasser im Plansch- und im Nichtschwimmerbecken sehr hohe Werte an Kolibakterien auf. Dass die Anzahl der Fäkalbakterien den empfohlenen Grenzwert zeitweise um ein Mehrfaches überstiegen hat, ist weder appetitlich, noch wird es zur höheren Akzeptanz der Biobadi beitragen.

Diese nun als Grüseltümpel zu verschreien, wäre aber fehl am Platz. Denn bei den Kontrollen handelt es sich immer um eine Momentaufnahme der Wasserqualität. Wenn da kurz zuvor einem kleinen Badegast im Planschbecken etwas in die Hose geht, schiessen die Werte in die Höhe. Das kommt auch in konventionellen Badeanstalten vor. Bloss dauert es dort weniger lang, bis Chlor und Wasseraustausch die Verunreinigung beseitigt haben.

Es ist deshalb richtig, dass das Wasser im Bio-Planschbecken derzeit mehrmals am Tag kontrolliert und komplett ausgetauscht wird. Letztlich hängt aber die Wasserqualität vor allem von der Hygiene der Badegäste ab. Beim Planschbecken sind Eltern gefordert, ihre Kleinen vor dem Baden aufs Töpfchen zu setzen. Nun aber den Kindern die ganze Schuld für Fäkalbakterien im Badewasser in die Schuhe zu schieben, wäre falsch. Wir Erwachsenen sollten uns ebenso an der Nase nehmen. Dazu muss man sich bloss vor Augen führen, was sich alles auf einer WC-Türklinke tummelt.