Kommentar
Verdichtungs-Stress soll vermieden werden

Der Kanton hat die neue Bau- und Zonenordnung der Stadt Zürich grösstenteils genehmigt.

Matthias Scharrer
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Zürich wächst: Bis 2030 werden 80 000 zusätzliche Einwohner erwartet. Die neue Bau- und Zonenordnung soll für qualitatives Wachstum sorgen.

Zürich wächst: Bis 2030 werden 80 000 zusätzliche Einwohner erwartet. Die neue Bau- und Zonenordnung soll für qualitatives Wachstum sorgen.

Matthias Scharrer

Zürich wächst weiter. Bis 2030 dürften 80 000 zusätzliche Einwohner hinzukommen. Darauf ist die neue Bau- und Zonenordnung (BZO) der Stadt ausgerichtet, die der Kanton jetzt grösstenteils genehmigt hat. Strittig sind lediglich noch Details betreffend Sexgewerbe und Dachstockausbauten. Bahnbrechende Neuerungen gegenüber ihrer Vorgängerin aus dem Jahr 1999 bringt die neue BZO nicht. Schon diese liess Platz für gleich viel Bevölkerungswachstum. Auch der Gewerbe- und Industrieraum soll mit der neuen BZO erhalten werden. Neuerungen betreffen den Schutz alter Baumbestände, den Zwang zu Parterrenutzungen mit Läden und Beizen in Quartierzentren sowie die Aufhebung des halb im Boden versenkten sogenannten Zürcher Untergeschosses.

Wer Visionäres erwartet hatte, wurde von der neuen BZO enttäuscht. Zürich wird auch mit diesem Papier keine Stadt der städtebaulichen Würfe, bei denen kein Stein auf dem andern bleibt, sondern kann sich schrittweise weiterentwickeln: gut zürcherisch sozusagen. Blickt man zurück auf die letzten zwei Jahrzehnte, ist dies keine schlechte Strategie. Die Stadt ist markant gewachsen, hat in Zürich-West und Zürich-Nord sowie an der Europaallee beim Hauptbahnhof einen spürbar neuen Charakter erhalten – und ist sich im Kern doch treu geblieben. Verdichtungs-Stress soll nun auch mit der neuen BZO möglichst vermieden werden. Der Wandel durch das Städtewachstum ist ohnehin schon rasant genug. Es gibt vorerst keinen Grund, ihn noch zu forcieren, solange die Stadt weiter so boomt.