Kommentar
Velofahrer brauchen Geduld

Die Hoffnung auf einen Velotunnel zwischen Sihlquai und Sihlpost ist mit Vorsicht zu geniessen.

Lina Giusto
Lina Giusto
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Die Pläne für den geplanten Velotunnel liegen ab Freitag öffentlich auf. (Themenbild)

Die Pläne für den geplanten Velotunnel liegen ab Freitag öffentlich auf. (Themenbild)

Nicole Nars-Zimmer

Der Stadttunnel zwischen Sihlpost und Sihlquai ist eine der ältesten Planungsleichen der Zürcher Verkehrspolitik. Vor mehr als 20 Jahren wurde er als Verbindungsstück für die Autobahnen A1 und A3 unter dem Bahnhof gebaut, dann wiederholt als Velotunnel-Idee dem Volk präsentiert. Letzteres erstmals 2011, dann wieder 2016. Am Freitag startet nun die öffentliche Planauflage für den Ausbau des Stadttunnels als Veloweg. So greifbar nahe schien der Velotunnel noch nie.

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Dass die Velofahrer in der Stadt Zürich ein geduldiges Volk sein müssen, zeigen bereits bisherige Projekte des Stadtrates. Da wäre neben dem Velotunnel die Verlängerung des Lettenviadukts bis zum Güterbahnhof-Areal zu nennen. Das Projekt wurde 2003 lanciert. Es dauerte sechs Jahre, bis der Fuss- und Radweg immerhin bis zum Gleisfeld hin erweitert wurde. Erst kürzlich erlitt der geplante Ausbau des Radweges ums Seebecken Schiffbruch. Der Quartierverein Riesbach lehnte im April den vom Tiefbauamt vorgelegten Plan für einen 3,5 Meter breiten Veloweg mit Gegenverkehr, eingezwängt zwischen Seeanlage und Utoquai, ab. Das 120-Millionen-Franken-Projekt sei zu teuer und dazu noch gefährlich.

Die Zeichen für den Velotunnel stehen mit der öffentlichen Auflage der Baupläne vorerst auf Grün. Aber: Während 30 Tagen können nun Einsprachen zum Bauprojekt erhoben werden. Diese könnten die für in zwei bis drei Jahren geplante Inbetriebnahme verzögern. Deshalb sollte man sich erst dann wirklich freuen, wenn der Veloweg tatsächlich eröffnet wird.