Kommentar
So wird das Sparen schwerfallen

Trotz einem Plus von 20 Millionen Franken arbeitet Schlieren an einem Sparprogramm.

Alex Rudolf
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Zwischen der SBB-Unterführung West (bei der Baustelle im Hintergrund) und der Engstringerbrücke soll die Grabenstrasse zur Begegnungszone mit Tempo 20 werden. Sitzbänke, Bäume und Parkplätze sollen so angeordnet werden, dass eine leicht mäandrierende Fahrbahn entsteht. Foto: Alex Rudolf

Zwischen der SBB-Unterführung West (bei der Baustelle im Hintergrund) und der Engstringerbrücke soll die Grabenstrasse zur Begegnungszone mit Tempo 20 werden. Sitzbänke, Bäume und Parkplätze sollen so angeordnet werden, dass eine leicht mäandrierende Fahrbahn entsteht. Foto: Alex Rudolf

Schlieren schliesst das Rechnungsjahr 2016 mit einem Plus von 20 Millionen Franken ab. Hauptgrund dafür sind ertragreiche Unternehmen, die ihren Gewinn in der Stadt versteuern. Trotzdem verkündet der Stadtrat im selben Atemzug, dass der Gürtel enger geschnallt werden muss. Weil die Steuerkraft pro Einwohner über das Kantonsmittel steigt, zahlt der Kanton im Jahr 2018 keinen Finanzausgleich mehr. Dieser spülte in den letzten Jahren jeweils zwischen 10 und 13 Millionen Franken in die Stadtkasse. Nun stehen zudem grosse Investitionen in den Stadtplatz und das neue Altersheim an. Schlieren muss daher seine Finanzen umsichtig planen, um eine Negativspirale zu verhindern.

Details zum Sparprogramm sind zwar noch nicht bekannt. Doch muss die Stadt darauf achten, dass sie den Rotstift vorsichtig ansetzt. Denn niemand spart gerne, und Widerstand ist vorprogrammiert. So gehen die Sparbemühungen im Rahmen der Leistungsüberprüfung des Kantons den Schulen gegen den Strich – sie setzen sich lautstark zur Wehr. Auch auf Gemeindeebene können es Kürzungen schwer haben: 2014 weigerte sich etwa das Stimmvolk der Stadt Dietikon, die sogenannte Wintermantelzulage zu streichen.

In Schlieren ist die Ausgangslage noch delikater. So ist die Stadt mit einer starken Wirtschaft sehr gut aufgestellt. Deren Steuerabgaben dürften die Investitionen in die Infrastruktur bald kompensieren. Unter diesem Umstand und mit einem Plus von 20 Millionen wird es schwierig, eine Sparrunde nachvollziehbar zu begründen.

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