Kommentar
Schiffsfünfliber bleibt fragwürdig

Matthias Scharrer
Matthias Scharrer
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Für eine Schifffahrt auf dem Zürichsee muss man weiterhin fünf Franken extra bezahlen. Der Zuschlag bleibt.

Für eine Schifffahrt auf dem Zürichsee muss man weiterhin fünf Franken extra bezahlen. Der Zuschlag bleibt.

KEYSTONE

Die genauen Zahlen stehen noch nicht fest, doch es zeichnet sich ab: 2017 gab es massiv weniger Passagiere auf den Zürichsee-Schiffen als im Vorjahr. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Die Passagiere müssen wegen der Einführung des Schiffsfünflibers pro Fahrt fünf Franken mehr bezahlen als bis anhin. Diese Massnahme soll den mit 37 Prozent vergleichsweise tiefen Kostendeckungsgrad der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft verbessern. So hat es der Regierungsrat im Rahmen seiner Leistungsüberprüfung 2016 (Lü 16) beschlossen, und so hat es der Kantonsrat gestern bestätigt.

Doch die Massnahme bleibt fragwürdig, denn die Kollateralschäden sind beträchtlich. Zum einen ist damit das Prinzip des Zürcher Verkehrsverbundes beschädigt, wonach ein Ticket für Bus, Bahn und Schiff gelten soll. Zum anderen sind Arbeitsplätze in der Gastronomie auf den Zürichsee-Schiffen verloren gegangen. Und vor allem: Dass die Regierung ihr Ziel erreicht, mit dem Schiffszuschlag jährlich 1,5 Millionen Franken Subventionen zu sparen, ist alles andere als sicher. Daher die Frage: Lohnt es sich, flächendeckend rund um den Zürichsee Fahrgäste zu verärgern? Gewiss, die Zürichsee-Schifffahrt ist zu unrentabel. Doch sollte sich zeigen, dass der Schiffsfünfliber daran unter dem Strich kaum etwas ändert, erweist er sich als unverhältnismässige Sparmassnahme, die zu viele Kunden verärgert. Vor allem, wenn man bedenkt, dass der Kanton weitaus einträglichere Lü-16-Massnahmen wie die Hirslandensteuer vor dem Hintergrund verbesserter Kantonsfinanzen längst über Bord geworfen hat.