Persönlich
Pokémon-Go-Sommer 2.0

Pokémon Go kann in den USA-Ferien mit Teenagern auch kleine Höhepunkte setzen.

Riccarda Mecklenburg
Riccarda Mecklenburg
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Eingeschlagen wie eine Bombe: Das Spiel Pokémon-Go.

Eingeschlagen wie eine Bombe: Das Spiel Pokémon-Go.

Keystone/GAETAN BALLY

Folgende Notizen stehen in meinem Tagebuch über unsere Ferien in Florida: Reise mit meinen beiden pubertierenden Gemüts-Aliens seit ein paar Tagen herum. Ihre Blicke sind kurzsichtig auf ihre Handys gebannt. Das Lauftempo ist gemessen. Ihre Ansprüche gering: «Hast du ne Battery?», «... hats WiFi?» Adrenalinschübe gibt es ausschliesslich für mich. Wenn ich meinen sorgsam grossgezogenen Genpool vor tödlichen Gefahren, wie Strassenverkehr oder Abgründe, rette. Denn sie hören und sehen nichts ausser ihren kleinen Bildschirmen. Nehme ich ihnen die Handys weg, habe ich Stimmbruchmaulen und Faultiere in Slow-Motion um mich. Auch nicht motivierend. Dürfen sie die Teile behalten, gibt es doch tatsächlich kleine Highlights: «Ha, Ha, Ha. Ich hab den Typen da drüben besiegt. Und er weiss gar nicht, dass ich das war.»

Ja, meine beiden sind auch von dem Virus «Pokémon Go» befallen und leben in einem Paralleluniversum. Sie freuen sich über seltene, einzigartige und nur in diesem Land vorkommende Pokémons und haben für den Rest ihrer Umwelt nur ganz beschränktes Interesse: «Ich muss rechts, da ist ein Pokémon ...».

Ich habe inzwischen viele fröhliche Menschen aus allerlei verschiedenen Nationen gesehen und zum Teil kennen gelernt. Dazu Orcas, Delfine, Pelikane, Alligatoren, Seekühe, Flamingos gesehen sowie warmes Meerwasser und die Weiterentwicklung von diversen Sonnenuntergängen erlebt. Auch nicht schlecht. Oder?

Riccarda Mecklenburg ist Publizistin und Inhaberin von CrowdConsul.ch.
Sie lebt in Weiningen.