Persönlich
Pädagogik 4.0: Talente fördern

Riccarda Mecklenburg
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Riccarda Mecklenburg: "Wie hilft man Kindern, sich für die Digitalisierung fit zu machen? Es an die Lehrer zu delegieren, wäre unfair."

Riccarda Mecklenburg: "Wie hilft man Kindern, sich für die Digitalisierung fit zu machen? Es an die Lehrer zu delegieren, wäre unfair."

Chris Iseli

Zukunftsforscher und Wirtschaftsgurus mahnen uns seit Jahren, dass wir uns nur unzureichend auf die Industrialisierung 4.0 vorbereiten. Ob Grossunternehmen, KMU oder Ausbildungsinstitutionen: Studien halten allen vor, wie wenig sie in der Digitalisierung angekommen sind. Für ein Whatsapp auf dem Smartphone und eine digitale Stempeluhr für die leidige Mitarbeiterzeiterfassung gibt es keine Auszeichnung als «Digitalunternehmen des Jahres».

Was tun? Insbesondere, wenn man die Zukunft – sprich: Kinder – im Haus hat, denen man aber nicht helfen kann, wie man sich fit für die Digitalisierung macht. An die Lehrer delegieren? Das wäre nicht fair. Die wissen selten besser Bescheid. Drauf hoffen, dass es schon irgendwie gut wird? Etwas zu passiv und untypisch für unsere Breitengrade.

Des Rätsels Lösung ist die Fokussierung auf das eigene Talent. Ist die Zukunft ungewiss, kann man sich laut Markus Hengstschläger, Professor für Genetik, nur auf sein Talent verlassen. Und das muss gefördert werden. Also nicht ständig versuchen, die Schwächen zu kompensieren. Das ist unproduktiv.

Wir müssen die Stärken, die Talente einer Person wecken, fördern und durch ständiges Üben zur Spitzenleistung bringen. Französischnachhilfe kann helfen, die Klasse zu bestehen, macht aber niemanden bilingue. Aber vielleicht ist der Schüler talentiert in der Programmiersprache Phyton. Kann er da sein Talent entfalten, ist dies ein Gewinn für seine Zukunft und ein Beitrag zur Digitalisierung. Das wäre dann Lernen und Pädagogik 4.0.

Riccarda Mecklenburg ist Publizistin und Inhaberin von CrowdConsul.ch. Sie wohnt in Weiningen.