Kommentar zur Dialogguppe Christentum-Islam
Nur das Gespräch baut Vorurteile ab

Meist sprechen Christen und Muslime übereinander statt miteinander. Die Dietiker Dialoggruppe Christentum-Islam hält mit regelmässigen Veranstaltungen dagegen. Dafür ist sie jetzt ausgezeichnet worden.

Jürg Krebs
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Die Dialoggruppe Christentum-Islam ist seit 2007 aktiv.

Die Dialoggruppe Christentum-Islam ist seit 2007 aktiv.

Die Dietiker Dialoggruppe Christentum – Islam wird für ihre langjährige, religionsüberschreitende Arbeit ausgezeichnet. Die Beteiligten von katholischer und reformierter Kirche sowie der muslimischen Gemeinschaft und der Integrationsförderung der Stadt Dietikon sehen damit ihren Einsatz zugunsten von Toleranz und Respekt bestätigt – zu Recht.

Die Begegnung und der Dialog sind die einzige Möglichkeit, um Vorurteile aufzubrechen, sagten zwei der Gründungsmitglieder 2008 in einem Interview mit der Limmattaler Zeitung. Wie wahr. Doch was auf den ersten Blick logisch erscheint, ist auf den zweiten gar nicht so einfach. Denn zwischen dem Denken und Handeln liegen oft Welten. Und selbst für die Dialoggruppe, die sich aktiv um Gespräch und Annäherung bemühte, war es nicht immer einfach, ihre eigenen Religionsmitglieder zum Mitmachen zu bewegen. Doch genau das tut sie seit 2007 mit ihren Veranstaltungsreihen. Unermüdlich.

In einer Stadt wie Dietikon, deren Bevölkerung aus über 110 Ländern stammt, deren Ausländeranteil bei über 40 Prozent und der Anteil an Muslimen weit über 10 Prozent liegt, spielt nicht nur Integration eine Rolle, sondern auch der Umgang mit Religion. Mit den Gastarbeitern ist auch der Islam nach Dietikon gekommen, er wird bleiben. Dass der Islam im Limmattal bei der christlichen Bevölkerung Ängste auslöst, lässt sich an so manchem Abstimmungsergebnis der letzten Jahre ablesen.

Umso löblicher ist es, dass die Dialoggruppe sich nicht aus dem Konzept bringen lässt und Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Glauben weiterhin thematisiert. Dass das Christentum und der Islam durchaus gemeinsame Werte haben, das wurde im letzten Jahr an einer Veranstaltung der Dialoggruppe mit Religionsvertretern deutlich. Das Fazit: Eine gemeinsame Basis des Zusammenlebens ist möglich. Dafür, dass die Dialoggruppe mit ihrem Einsatz diese Basis stärkt, gebührt ihr grosser Dank.