Kommentar
Nicht jede Lücke braucht ein Gesetz

Lina Giusto
Lina Giusto
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Zu den Übernachtungszahlen im Segment der Business Apartments existieren nur Schätzungen. (Symbolbild)

Zu den Übernachtungszahlen im Segment der Business Apartments existieren nur Schätzungen. (Symbolbild)

KEYSTONE/AP The Canadian Press/JONATHAN HAYWARD

Neben traditionell geführten Hotels haben sich in den letzten Jahren neue Formen der Übernachtung in den Markt gedrängt. Reisende und Kurzaufenthalter können so zwischen hochwertig möblierten und mit Conciergeservice bewirtschafteten Business-Apartments, touristischeren Apartmenthotels oder aus unterschiedlichsten Airbnb-Angeboten wählen. Sie alle gelten als Mischformen der Hotellerie und füllen eine Bedürfnislücke. Gerade weil sie das tun, sind sie den Hotel- und Tourismusverbänden ein Dorn im Auge.

Deren Ruf nach Gleichbehandlung lautet deshalb so: Gesetzliche Meldepflicht, statistische Angaben zu den Logiernächten und die Abgabe der City-Tax in der Stadt Zürich für alle. Es mag sein, dass der zu den luxuriös eingerichteten Business-Apartments gehörende Conciergeservice Hotelcharakter hat und deshalb die gleichen Bedingungen für diese Anbieter gelten sollen.

Aber nicht jede neue Dienstleistung soll reguliert werden. Die rechtliche Melde- und Bewilligungspflicht bei der Unterbringung von Gästen zielt beispielsweise auf deren Sicherheit im Falle eines Brandes in einem Hotel ab. Die Abgabe der City-Tax ist als Beitrag für die Marketingaktivitäten von Zürich Tourismus zu verstehen. Die touristische Vermietung von Wohnfläche ist laut Zürcher Obergericht mit der Untermiete und nicht mit einem Hotel zu vergleichen. Neue Gesetze werden immer wieder benötigt. Nämlich um öffentliches Interesse zu wahren und Missbrauch zu ahnden, nicht aber um vor unliebsamer Konkurrenz zu schützen.